Lenninger Tal

300 Besucher tauchen in die Höhlenwelt ab

Natur Besucherrekord bei der Arbeitsgemeinschaft Grabenstetten: Vor allem neue Einblicke in die Falkensteiner Höhle ziehen an.

Mit Kamera in die Falkensteiner Höhle
Mit Kamera in die Falkensteiner Höhle.
Archivbild

Grabenstetten. Ein virtueller Gang durch die vier Kilometer Falkensteiner Höhle, Höhlenforschung im Osten der USA, prächtige 3 D-Bilder aus der „Unterwelt“ - am Wochenende hat ein Informationstag der Arbeitsgemeinschaft Grabenstetten (Arge) mehr als 300 Besucher in die Falkensteinhalle nach Grabenstetten gelockt. Vor allem neue Einblicke in die „Falki“, wie die Heim- und Haushöhle der Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst Grabenstetten genannt wird, dürfte zum Besucherrekord geführt haben.

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In Verbindung mit einer neuen 44-seitigen Broschüre über die Falkensteiner Höhle, die in diesem Jahr vom höhlenkundlichen Verein herausgegeben wurde, ist auch eine virtuelle Reise entstanden. Bei dieser Tour streifen Udo Wieczorek, Andreas Schober und Uwe Krüger nicht nur mit Bild und Ton die Forschungsgeschichte, sondern auch die schönsten und schwierigsten Stellen der Höhle. Sie geben zudem Einblicke in die Schwierigkeiten bei der Forschung. Vor allem als aktive Flusshöhle, deren Wasserstand relativ schnell wechseln kann, ist die Höhle mit ihrem mächtigen Portal sehr gefährlich. Darauf wies Udo Wieczorek in seinem Vortrag hin und empfahl, sich nur mit entsprechender Ausrüstung und möglichst in Begleitung eines erfahrenen Höhlengängers in die Tiefen der Alb zu begeben. Immerhin muss in dem vier Kilometer langen System auch mehrfach getaucht werden.

Ähnlichkeiten mit Osten der USA

Wie die Höhlenforschung in den USA organisiert ist und welche Möglichkeiten es beispielsweise rund um New York bis hinunter nach West Virginia und Tennessee gibt, darüber informierten Marlene und Thomas Holder. Das Paar - beide Mitglieder der Arge Grabenstetten - arbeitete drei Jahre lang in New York und schloss sich dortigen höhlenkundlichen Vereinen an. So hatten sie die Möglichkeit, viel von der Höhlenwelt im Osten der USA kennenzulernen, die teilweise mit der in der Schwäbischen Alb zu vergleichen ist. Je weiter man in den Süden kommt, umso größer werden die Höhlen. Sie zeigten beeindruckende Bilder von bis zu 130 Meter tiefen Schächten, in die man frei am Seil hängend hinuntergleitet.

Ein Schmankerl gab’s am Samstagabend in einer Ecke der Halle. Dort präsentierte Andreas Schober auf einem LED-Bildschirm 3 D-Bilder aus der Höhlenwelt. Durch spezielle Brillen geblickt, wurden die verschwommenen Bilder plötzlich zu räumlichen Kunstwerken, aus denen den Betrachtern filigrane Sintergebilde entgegenragten und die sie mitten in die Höhlenhallen und -gänge versetzten mit dem Eindruck, selbst direkt vor Ort zu sein.pm