Lenninger Tal

Alles ausverkauft zum Jubiläum

Konzert 300 Konzertbesucher feiern in der evangelischen Kirche in Hochwang 50 Jahre Musikfreunde. Deren Musik scheint Suchtpotenzial zu haben. Von Andreas Kaier

Geburtstagsfete in ausverkauftem Haus: Die Musikfreunde spielen „daheim“ in Hochwang. Foto: Andreas Kaier
Geburtstagsfete in ausverkauftem Haus: Die Musikfreunde spielen „daheim“ in Hochwang. Foto: Andreas Kaier

Das schönste Geschenk zum Jubiläum bekommen die Musikfreunde Hochwang-Erkenbrechtsweiler nicht, sie machen es selbst: Fast drei Stunden lang haben das Ensemble und das Hauptorchester ihren Gästen ein stimmungsvolles Konzert mit hinreißenden Melodien geboten. Mit dem Konzert feierte der Verein am Samstag nicht nur seinen 50. Geburtstag. Es war zugleich auch das zehnte Mottokonzert, das den Titel „Best of nine“ trug.

Die Musiker hatten sich dafür entschieden, den Konzertbesuchern ein vielfältiges Programm mit bunten Melodien aus den vorausgegangenen neun Mottokonzerten zu flechten. „Wir haben das Programm nach den Wünschen unserer Musiker zusammengestellt“, erklärte Sandra Maier, die das Publikum durch den Abend führte, zu Anfang.

Im ersten Teil des Konzerts gehörte die Bühne der Ensemblegruppe der Musikfreunde, die das Publikum zum Auftakt mit Melodien aus „Der Barbier von Sevilla“ - der wohl berühmtesten Oper von Gioachino Rossini - beeindruckte. Kurz vor der Pause war mit dem Stück „Children of Sanchez“ ein Höhepunkt des Abends zu hören. Begleitet wurde das Ensemble dabei vonTrompeter Thomas Gölz.

Beständigkeit und Konstanz

„Musik ist die Sprache der Menschlichkeit“, sagte Lenningens Bürgermeister Michael Schlecht. Diese Sprache spreche der Verein seit 50 Jahren. Die Orchesterarbeit der Musikfreunde zeuge von „Beständigkeit und Konstanz“ und habe einen festen Platz im kulturellen Leben Hochwangs und Erkenbrechtsweilers. Zudem verwies Schlecht auf die vielen, auch internationalen Erfolge der Musikfreunde in den vergangenen Jahren. Den letzten großen Erfolg gab es 2013, als das Orchester in Innsbruck bei der Weltmeisterschaft für Amateurorchester den dritten Platz belegte.

Der zweite Teil des Konzerts gehörte dem Hauptorchester mit seinen 23 Akkordeonspielern. Das erste Stück nach der Pause „Zwischen Don und Wolga“ - ein Potpourri russischer Volksweisen - war mit Bedacht gewählt. War es doch genau jenes Stück, mit dem im Jahr 2008 das erste Mottokonzert der Musikfreunde begonnen hatte. Melodien vom „Urvater der Akkordeonmusik“ Jean Lenoir waren ebenso zu hören wie Filmmelodien aus den Streifen „Das Boot“ und „Pirates of the Caribbean“. Das Publikum war am Ende derart begeistert, dass es das Orchester nicht ohne vier Zugaben von der Bühne ließ.

„Bei uns stehen keine Hütten- oder Schunkellieder im Vordergrund, unser Ziel ist vielmehr die anspruchsvolle Akkordeonmusik.“

Zwar wiederholen die Musikfreunde ihr Jubiläumskonzert am kommenden Samstag, 25. November, in der Kelter in Beuren, doch gibt es für diese Aufführung keine Karten mehr. Seit einer Woche ist alles ausverkauft. Gefragt, wie er sich das große Interesse an der Akkordeonmusik erklärt, braucht Vereinschef Alfred Klaus nicht lange zu überlegen. „Bei uns stehen keine Hütten- oder Schunkellieder im Vordergrund, unser Ziel ist vielmehr die anspruchsvolle Akkordeonmusik.“ Wenn das mal keine Ansage ist.

Verein ehrt Mitglieder und seinen Dirigenten

Alfred Klaus, der Vorsitzende der Musikfreunde, nutzte die Bühne, um gemeinsam mit Georg Schwenk vom Bezirk Staufen im Deutschen Harmonika-Verband (DHV), langjährige Vereinsmitglieder und Akkordeonspieler zu ehren. Allen voran zeichneten sie Irmgard Pfisterer und Heinrich Schmid aus, die seit 50 Jahren dem Verein die Treue halten und aktiv im Orchester mitspielen. Beide erhielten neben einer Urkunde die Verdienstnadel in Gold des DHV.

Die Musikfreunde selbst ehrten darüber hinaus noch ihren Dirigenten Günther Orban, der seit 25 Jahren das Orchester musikalisch leitet und den Taktstock schwingt. Ebenfalls ausgezeichnet wurden sechs passive Vereinsmitglieder, die den Musikfreunden von Anfang an die Treue halten. Dazu gehörten Anna Schmid, Konrad Klaus, Karl Rieck, Hans Weber, Franz Wolf und Hans-Jürgen Zimmermann. ak

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