Lenninger Tal

Alte „Moschte“ hat Zukunft

Die ehemalige Mosterei in Grabenstetten kommt in den Genuss von Fördermitteln

Vier Vorhaben in Grabenstetten erhalten Fördermittel. Darunter befindet sich ein Kleinod der dörflichen Selbstversorgung: die Alte Mosterei.

Manch einer kennt die „Alte Mosterei“ in Grabenstetten mit verrammelten Türen und Fenstern. Jetzt soll daraus eine Wohnung werde
Manch einer kennt die „Alte Mosterei“ in Grabenstetten mit verrammelten Türen und Fenstern. Jetzt soll daraus eine Wohnung werden.Foto: Carsten Riedl

Grabenstetten. Die Alte Mosterei in Grabenstetten hat einen neuen Besitzer gefunden. Gemeinderat Jürgen Wahl baut sie zur Wohnung um. Damit hat das Kleinod der dörflichen Selbstversorgung auf der Alb eine neue Zukunft. „Das Bauvorhaben ist ordentlich durchgekaut worden“, bescheinigte Bürgermeister Harald Steidl, „es ist positiv, dass da was geschieht.“

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Aktuell sind über das Entwicklungsprogramm ländlicher Raum (ELR) für Grabenstetten weitere 118 000 Euro bereitgestellt, so Steidl. Die Alte Mosterei wird eines von vier Vorhaben sein, die davon profitieren.

Wer Fördermittel aus dem ELR beantragt, bekommt zunächst ordentlich die Flügel gestutzt: Der Sanierungsbeauftragte redet bei der Gestaltung der Fassade mit, bei der Putzstruktur, der Farbgebung, den Außenanlagen, bei den Proportionen im Allgemeinen und Dachaufbauten im Besonderen. Er schreibt Fensterläden vor und die Form des Balkons.

Die Leitlinien zur Gestaltung im Sanierungsgebiet hat der Grabenstettener Gemeinderat mit dem Bebauungsplan „Quartier Linde“ beschlossen. Das Abbruch-Areal im rückwärtigen Bereich soll mit sozialem Wohnraum gestaltet werden, erklärte Bürgermeister Steidl. Nach einem Bauträger wird gesucht.

Im Linden-Areal bilden die ehemalige Schankwirtschaft „Zur Linde“ und die alte Grabenstetter „Moschte“ eine ortshistorische Einheit. Die frühere Linden-Wirtin Katharina Schupp hatte die Mostpresse zusammen mit ihrer Tochter Lotte noch bis in die Achtzigerjahre hinein betrieben. Grabenstetter Landwirte und Baumgutbesitzer lieferten ihre Ernte-erträge hier ab, um den eigenen Saft zu Hause in die Mostfässer zu füllen. Die Erntesaison im Herbst war auch ein Fest für die Dorfjugend, wenn man bei der Lindenwirtin den frisch gepressten Apfelsaft probieren durfte.