Lenninger Tal

Alte Schule soll wieder strahlen

Grundsatzbeschluss zur Sanierung von gemeindeeigenem Gebäude in der Bruckener Ortsmitte

Der Aufruf hat gefruchtet: Zahlreiche Vorschläge für die Nutzung der Alten Schule in Brucken liegen auf dem Tisch. Die Ideen reichen von einer Kleiderkammer für Asylbewerber über ein Reparaturcafé bis zur Mostwirtschaft. Der Gemeinderat hat sein grundsätzliches Ja zur Sanierung gegeben.

Die Alte Schule in Brucken ist eines der bedeutendsten Gebäude des Lenninger Ortsteils. Nach der Sanierung soll in das Haus wied
Die Alte Schule in Brucken ist eines der bedeutendsten Gebäude des Lenninger Ortsteils. Nach der Sanierung soll in das Haus wieder Leben einziehen. In welcher Form, darüber können sich die Bürger im Austausch mit Verwaltung und Gemeinderat in einer öffentlichen Veranstaltung im kommenden Jahr Gedanken machen.Foto: Jean-Luc Jacques

Lenningen. „Wo wir können, wollen wir für das Ortsbild etwas tun“, sagt Lenningens Bürgermeister Michael Schlecht. „Die Alte Schule in Brucken könnte saniert wieder Strahlkraft haben.“ Was genau in das Gebäude an der Kirchheimer Straße einziehen soll, steht aber noch in den Sternen. Ein

Viele Ideen haben einen Mehrwert für die gesamte Gemeinde

gutes Dutzend Ideen ging nach einem Aufruf im Lenninger Mitteilungsblatt im Rathaus ein. Jetzt hat der Gemeinderat sein Okay dafür gegeben, das Gebäude auf Vordermann zu bringen. Gemäß einer ersten Schätzung geht die Verwaltung für eine energetische Sanierung von Kosten in Höhe von 500 000 Euro aus. Angedacht ist, dass sich Hochbauamtsleiter Florian Fischer um die Planung kümmert. Frühestens in zwei Jahren sollen die Bauarbeiten in Angriff genommen werden.

„Viele Ideen sind interessant, weil sie einen Mehrwert für die gesamte Gemeinde haben“, sagt Lenningens Bürgermeister Michael Schlecht. „Einen von der Gemeinde finanzierten Museums- oder Archivbetrieb kann ich mir aber beispielsweise nicht vorstellen.“ Er sei gerne dabei, mit den Bürgern Ideen zu entwickeln, aber nicht um jeden Preis.

Wie der Rathauschef, spricht sich auch Gemeinderat Karl Boßler gegen eine Nutzung aus, die Folgekosten für die Kommune mit sich bringt. „Mir fehlt der Pfiff“, so das Bruckener Ratsmitglied mit Blick auf die Ideen. Gut vorstellen kann er sich, mit der Bürgerschaft in einen Dialog zu treten. Ein großes Anliegen ist die Sanierung des „bedeutsamsten Hauses“ des Lenninger Ortsteils auch seinem Bruckener Ratskollegen Georg Zwingmann. Falk Kazmaier warnt vor Doppelstrukturen und setzt auf das Signal, das von dem Gemeinderatsbeschluss ausgeht: „Damit kann man noch mal offensiver losgehen.“

Bunter Ideenstrauß für die Alte Schule

Nutzungen ganz unterschiedlicher Art für die Alte Schule in Brucken können sich die Lenninger Bürger vorstellen. Die im Rathaus eingegangenen Vorschläge: Kleiderkammer Asyl, Biosphärenmarkt, Mostwirtschaft, Weinlokal, Nutzung für Asylbewerber in der Anschlussunterbringung, Reparaturcafé als „stationäre“ Ergänzung zum „ambulanten“ Rat & Tat-Kleinreparaturdienst, Ortsarchiv Brucken, Büro für Energieberatung beziehungsweise Gemeindeverwaltung im Erdgeschoss und Wohnung oder Museum beziehungsweise Gedenkstätte im Obergeschoss, Haus der Begegnung, Mehrgenerationenhaus, Außenstelle der offenen Jugendarbeit, Schulsozialarbeit und Sozialer Dienst. Die Ideen sollen nächstes Jahr im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung in Brucken vorgestellt werden. Im Anschluss daran möchte die Gemeinde über eine offene Diskussion die Meinung der Bürger einholen. In jedem Fall sollen der Feuerwehrabteilung Brucken in dem Gebäude weiterhin Räume zur Verfügung stehen.ank

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