Lenninger Tal

Anlieger fürchten mehr Verkehr

Stadtentwicklung Wo derzeit noch am Ortsrand von Owen in Richtung Brucken Kartoffeln wachsen, soll in nicht allzu ferner Zukunft ein Parkplatz mit rund 180 Stellplätzen entstehen. Von Iris Häfner

Auf dem Kartoffelacker könnten Parkplätze entstehen. Foto: Jean-Luc Jacques
Auf dem Kartoffelacker könnten Parkplätze entstehen. Foto: Jean-Luc Jacques

Eigentlich hätte es der Tagesordnungspunkt „Errichtung von Stellplätzen“ noch gar nicht in den Gemeinderat geschafft, aber die Frist machte sämtlichen Beteiligten einen Strich durch die Rechnung. So kam es, dass mehrere Anwohner der Owener Schleifmühlestraße der Diskussion über den Bebauungsplan „Baulinienplan 1952 nördlicher Teil“ interessiert lauschten.

Der Firma Leuze gehen die Parkplätze aus. Deshalb würde sie gerne rund 180 Stellplätze in dem Dreieck zwischen Bahnschiene und Schleifmühlestraße bauen, wo derzeit noch die Kartoffeln gedeihen. Bei der Schleifmühlestraße handelt es sich um eine reine Wohngebietsstraße. Die Anwohner haben die Sorge, dass sich ihre Situation durch den Verkehr im Dreischichtbetrieb verändern wird. Sie befürchten eine zusätzliche Belastung und Gefährdung der Kinder, da es keinen Gehweg gibt.

Die An- und Abfahrt auf den möglichen Parkplatz ist auch über eine Privatstraße von der Fabrikstraße her möglich, wie Gemeinderat Thomas Kerßens anmerkte. „Wir müssen darauf achten, unabhängig von Eigentumsverhältnissen zu entscheiden, denn es kann auch mal einen anderen Eigentümer geben“, gab Bürgermeisterin Verena Grötzinger zu bedenken.

Nico Hofmann freut sich wie viele andere im Städtle, dass sich die Firma so gut entwickelt, sie ist der größte Arbeitgeber im Ort. „Was mich grundsätzlich stört, ist die Tatsache, dass nur eine ebene Parkfläche entsteht. Man könnte auch in die Höhe bauen“, sagte er. Im Zuge der Überlegungen zur Innenverdichtung gab es auch Anregungen, auf dieser Fläche einige Gewerbebetriebe anzusiedeln. „Das ist eine Frage der Möglichkeiten, das kann auch ein Stellplatz sein“, sagte dazu Verena Grötzinger. Zudem erinnerte sie daran, dass es sich um eine wirtschaftliche Entscheidung handelt. „Im privaten Bereich würden wir dieselbe Entscheidung treffen. Für uns als Stadt geht es darum: Ist es rechtlich einwandfrei oder nicht“, so die Stadtchefin.

Holger Röcker interessierte, ob die Zufahrt auch über die Braike möglich ist. Doch auch hier musste Verena Grötzinger abwinken: „Wir waren mehrfach im Gespräch mit der Bahn, auch bezüglich einer Unterquerung. Wir können aber froh sein, wenn wir den ungesicherten Übergang über die Schienen für den landwirtschaftlichen Verkehr weiterhin haben.“

Ein in dieser Sache in Auftrag gegebenes Gutachten ist jedoch noch nicht fertig, weshalb der Gemeinderat gar nicht über das Vorhaben entscheiden konnte - aber eben wegen der Einhaltung der Frist dem Vorhaben das Einvernehmen vorerst einstimmig versagte.

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