Lenninger Tal

Anpfiff für die dritte Runde

Verpflichtung von Lenningens Bürgermeister Michael Schlecht in der Oberlenninger Turn- und Festhalle

Kurzweilig und bisweilen äußerst humorvoll ging die Amtseinsetzung von Lenningens Bürgermeister Michael Schlecht am Mittwochabend über die Bühne. Redner aus Kommunalpolitik, Verwaltung und örtlichen Institutionen würdigten das Engagement des alten und neuen Rathauschefs.

„Sie haben den Heimvorteil genutzt und drei Punkte eingefahren“, kommentierte Landrat Heinz Eininger (links) bei der Amtseinsetz
„Sie haben den Heimvorteil genutzt und drei Punkte eingefahren“, kommentierte Landrat Heinz Eininger (links) bei der Amtseinsetzung den klaren Wahlsieg von Lenningens Bürgermeister Michael Schlecht. Foto: Jean-Luc Jacques

Anke Kirsammer

Lenningen. „In den beiden bisherigen Amtsperioden haben Sie gestaltet, nicht verwaltet“, sagte der erste stellvertretende Bürgermeister, Wolfgang Tröscher, an Bürgermeister Michael Schlecht gewandt. Zu den Projekten, die unter der Ägide des Rathauschefs angepackt worden seien, gehörten die grundlegende Sanierung des Freibads, der Bau der Sulzburghalle, die Einrichtung der Ganztagesschule mit Mensa, die Ortskernsanierung Unterlenningen und der Erwerb des Stromnetzes.

„Ein Fußballer weiß, dass auch ein Heimspiel erst gewonnen werden muss“, betonte Landrat Heinz Eininger mit Blick auf Schlecht‘s sportliche Stärken. „Sie haben den Heimvorteil genutzt und drei Punkte eingefahren“, so kommentierte der Kreischef den klaren Wahlsieg von Schlecht, der am 8. März bei einer Wahlbeteiligung von 43,5 Prozent fast 84 Prozent der abgegebenen Stimmen für sich verbuchen konnte. Der Landrat bezeichnete es als Herausforderung, einer Gemeinde mit sieben Ortsteilen mit ihren unterschiedlichen Anliegen gerecht zu werden. „Sie haben in Ihrer bisherigen Amtszeit einiges bewegt“, so der Landrat an Schlecht gewandt. Ein Meilenstein für die Attraktivität stellt, Eininger gemäß, der Breitbandausbau im gesamten Gemeindegebiet dar. Als Herausforderungen, die die Gemeinde weiterbrächten, bezeichnete Eininger die Sanierung der Oberlenninger Ortsmitte. Er klammerte jedoch auch die Hürden nicht aus, die Lenningen zu meistern hat: So ist die Gemeinde um über 700 Einwohner geschrumpft. „Die Demografie hat im Lenninger Tal eher zugeschlagen.“ Darauf müssen Infrastruktur und Vereine vorbereitet sein.“ Hinsichtlich des Biosphärengebiets und des Naturschutzzentrums Schopflocher Alb seien Gemeinde und Landkreis im Schulterschluss unterwegs.

Owens Stadtchefin Verena Grötzinger würdigte das offene, herzliche und kollegiale Miteinander mit Michael Schlecht. „Wir sind zwar nicht immer einer Meinung, tragen uns aber ein begründetes Nein nicht nach.“ Besonders schätzten die Kollegen seine Art des respektvollen Umgangs.

Nach dem Motto „Neue Besen kehren gut. Alte wissen, wo der Dreck ist“, hatte Bruckens Pfarrerin Margarete Oberle, stellvertretend für die Kirchen und Vereine von der Wurzelbürste bis zum Handfeger ein ganzes Sammelsurium an Bürsten und Besen fürs Entrümpeln und Aufräumen mitgebracht, die sie mit humorigen Sätzen überreichte.

„In den 13 gemeinsamen Jahren ist viel Vertrauen gewachsen, das unser Miteinander ausmacht“, sagte der geschäftsführende Schulleiter der Lenninger Schulen, Erich Merkle, an die Adresse von Michael Schlecht. Er machte einen epochalen Strukturwandel aus mit globalen Herausforderungen, dem technischen Fortschritt, der Flüchtlingsproblematik sowie der Tendenz der Urbanisierung. „Das alles betrifft die Schulen und Kindergärten in Lenningen“, gab Merkle zu bedenken. „Bildung ist Ihnen wichtig“, sagte der Schulleiter. Abzulesen sei dies unter anderem an den Investitionen in Kindertagesstätten, Ganztagesbetreuung und Maßnahmen für die Inklusion.

Zu einer Seilschaft, bei der alle an einem Seil ziehen, wurde der Bürgermeister von den beiden Personalrätinnen Renate Ebner-Groh und Anna-Lisa Mall eingeladen. „Es geht nicht nebeneinander, nicht gegeneinander, sondern nur miteinander.“

Michael Schlecht gab seinerseits die Blumen an die Vorredner zurück und würdigte die konstruktive Atmosphäre sowie das partnerschaftliche Verhältnis in den Gremien. „Ich freue mich auf eine weitere gute Zusammenarbeit.“ Das in ihn gesetzte Vertrauen sei für ihn Verpflichtung, weiterhin so engagiert zu arbeiten wie in der Vergangenheit.

Drehorgelspieler der Schülerfirma „helfende Hände“ hatten die Gäste musikalisch begrüßt. Umrahmt wurden die Redebeiträge durch das Bläserensemble der Musikvereine Unterlenningen und Gutenberg sowie das Männer-Oktett „Lauter-Sänger.

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