Lenninger Tal

Attraktion fürs Tiefental gesucht

Lenningen setzt unter dem Stichwort „sanfter Tourismus“ auf Konzept für Gutenberger Sportgelände

Ob Spielplatz, Eldorado für Bogenschützen, Minigolfanlage oder der bereits ins Spiel gebrachte Niedrigseilgarten – im Gutenberger Tiefental ist für die Gemeinde Lenningen vieles denkbar. Nun braucht es Ideengeber, die etwas auf die Beine stellen wollen.

Derzeit liegt das Tiefental samt Sportheim in Gutenberg in einer Art Dornröschenschlaf. Nach dem Willen der Verwaltung soll im T

Derzeit liegt das Tiefental samt Sportheim in Gutenberg in einer Art Dornröschenschlaf. Nach dem Willen der Verwaltung soll im Talschluss wieder Leben einziehen. Gesucht sind pfiffige Vorschläge für das Gesamtpaket. Foto: Jean-Luc Jacques

Lenningen. Seitdem im Gutenberger Sportheim der Schlüssel umgedreht wurde, ist im Tiefental vol­lends Ruhe eingekehrt. Die beiden Tennisplätze werden zwar noch bespielt, Rasen- und Hartplatz sind aber verwaist. Lenningens Bürgermeister Michael Schlecht und Gutenbergs Ortsvorsteher Dietmar Jauss sind überzeugt, dass sich aus dem brachliegenden Gelände etwas machen ließe. Höhlen und Wanderwege in der unmittelbaren Umgebung locken, doch bräuchte es ihrer Ansicht nach unter dem Stichwort „sanfter Tourismus“ eine weitere Attraktion, um Besucher ins Tiefental zu holen.

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Wunsch der Gemeinde ist, dass sich jemand findet, der das Sportheim bewirtschaftet und die Freiflächen einbezieht. „Geld für die Freizeitanlagen steht nach wie vor zur Verfügung“, betont Schlecht. Im vergangenen Jahr hatte die Kommune 75 000 Euro in den Haushalt eingestellt, um im Tiefental beispielsweise einen Niedrigseilgarten zu installieren. Wie der Rathauschef sagt, war das auch gedacht, um das Sporthaus zu stützen. Auch Dietmar Jauss tritt denen entgegen, die behaupten, der Schultes wolle das Sportheim abbrechen. „Die 75 000 Euro sind ein Wort. Wir wollen im Ortschaftsrat aber keinen Schnellschuss“, so der Ortsvorsteher.

„Es muss eine vernünftige Konzeption her“, lautet das Credo Schlechts. Der Niedrigseilgarten ist für ihn nicht vom Tisch, doch ist er auch für ganz andere Ideen aufgeschlossen: Einen Parcours für Bogensportler könnte er sich dort ebenso vorstellen wie eine Minigolfanlage, Angebote rund um das Thema Klettern oder einen Spielplatz. Denkbar wäre für ihn auch, Kulturschaffenden im Tiefental eine Heimat zu geben. Gelegen ist ihm wie Dietmar Jauss an einem Projekt, das das Sportheim einbezieht. Ob sich ein bestehender oder ein neuer Verein für das Gelände erwärmt oder ein privater Betreiber – wichtig ist der Verwaltung, dass der Ortsteil Gutenberg von der Kombilösung aus Freizeitangebot und Gastronomiebetrieb profitiert. „Auch die Gutenberger sollen von den Freizeitmöglichkeiten was haben und dort mal ein Bier trinken, was essen oder vielleicht auch Sky gucken können“, so Schlecht. Dabei denkt er an eine Vesperstube, die beispielsweise von Donnerstag bis Sonntag geöffnet sein könnte. Vorstellen könnte er sich auch, dass dort eine Infostelle zum Biosphärengebiet integriert wird. „Schließlich war der Steilabfall der Alb auf Lenninger Markung mit ausschlaggebend für die Entscheidung der UNESCO“, so Schlecht. Momentan profitiere die Gemeinde aber nicht von dem Sigel. Mit Blick auf den anstehenden Ringschluss beim Busverkehr vom Lenninger Tal über die Alb bis Kirchheim, schließt er auch langfristig eine engere Vertaktung nicht aus, sollte der öffentliche Personennahverkehr gut angenommen werden.

Sollte die Verwaltung „am Ende des Tages“ erkennen müssen, dass sich das Ziel nicht erreichen lässt, könne es auch sein, dass die Gemeinde das Sportheim jemandem zu einem symbolischen Preis übergibt. „Wer es übernimmt, muss aber wissen, dass das Gebäude saniert werden muss“, so der Bürgermeister.

Ideen sind gefragt

Wer selbst Ideen für das Tiefental hat, kann sich mit der Ortschaftsverwaltung Gutenberg montags zwischen 15 und 18 Uhr beziehungsweise dienstags bis freitags zwischen 9  und 12 Uhr in Verbindung setzen. Erreichbar ist die Verwaltung für Interessierte unter der Telefonnummer 0 70 26/609-45 beziehungsweise auch per E-Mail an die Adresse ­ovgutenberg@lenningen.de

Sportheim

Zuschussbetrieb Nach zähem Ringen hat sich der TV Gutenberg von seinem Sportheim getrennt, das für ihn dauerhaft ein Zuschussbetrieb war. Als Grundstückseigentümerin gehört das Gebäude nun der Gemeinde. Vor einer erneuten Öffnung müsste das 1974 in Eigenregie des TV Gutenberg gebaute Vereinsheim saniert werden. Marode sind laut Bürgermeister Schlecht insbesondere Wasserleitungen, Küche und Heizung. Die Kommune könne nicht sagen, sie mache nur das Notwendigste, so der Rathauschef, für den nicht infrage kommt, dass die Gemeinde Verpächterin eines rein gastronomischen Betriebs wird. Vorgehen Der Gutenberger Ortschaftsrat hat das Vorschlagsrecht. Was im Tiefental letztlich umgesetzt wird, entscheidet aber der Gemeinderat.ank