Lenninger Tal

Auf dem Sprung in die neue Saison

Freizeit Später als andere Bäder öffnet das Lenninger Freibad erst am 6. Juli. Planschen und Buddeln sind corona-bedingt jedoch tabu, und es gibt ausschließlich Halbtageskarten. Von Anke Kirsammer

Ein sportliches Eintauchen ins kühle Nass kann es in Lenningen dieses Jahr nur geben, wenn wenig Betrieb ist und die Aufsicht ei
Ein sportliches Eintauchen ins kühle Nass kann es in Lenningen dieses Jahr nur geben, wenn wenig Betrieb ist und die Aufsicht ein wachsames Auge auf die Einhaltung der Regeln hat. Archiv-Foto: Deniz Calagan

Länger als andernorts wurde in Lenningen gezögert: Das Freibad trotz Corona-Auflagen öffnen oder doch lieber zulassen? Nun hat der Gemeinderat beschlossen, dass die Saison am 6. Juli startet. „Wir freuen uns, dass wir loslegen dürfen“, sagt der Chef des Betreibers Aquafun, Andreas Fink. Er fürchtet um die Zukunft vieler Schwimmbäder - unabhängig von einer zweiten Infektionswelle.

Wie überall ist das Badever- gnügen auch in Lenningen an zahlreiche Hygiene- und Abstandsregeln geknüpft und damit stark eingeschränkt. Weil gemäß der Vorgabe der Landesregierung auf zehn Quadratmeter Liegefläche nur ein Besucher kommen darf, wird die Besucherzahl zunächst auf 100 beschränkt. Sollten es die Abläufe ermöglichen, könnte die maximale Zahl auch auf 150 erhöht werden. Damit jedoch mehr Badegäste im Wasser abtauchen können, werden zwei Zeitfenster angeboten: Eins von 10 bis 14 Uhr und eins von 15 bis 19 Uhr. Dazwischen wird das Bad gereinigt. Es gibt ausschließlich Halbtageskarten, die online gebucht und bezahlt werden. Das Ticket muss ausgedruckt und beim Eintritt am Eingang eingescannt werden.

Maximal 25 Schwimmer dürfen gleichzeitig ihre Bahnen ziehen. Wo der Abstand von 1,50 Metern nicht eingehalten werden kann, braucht es einen Mund-Nasen-Schutz. Das gilt beispielsweise für den Eingang und den Bereich vor den Toiletten. Duschen und Spinde bleiben deshalb geschlossen, und nur jede zweite Umkleidekabine wird geöffnet. Planschen und Buddeln sind tabu, da es die Verwaltung für nicht realistisch hält, dass in dem kleinen Kinderbecken beziehungsweise in der Matsch- ecke der vorgeschriebene Abstand eingehalten werden kann. „Trotz der strengen Auflagen und der damit verbundenen zusätzlichen Kosten möchte der Gemeinderat einen Freibadbesuch ermöglichen“, erklärt Bürgermeister Michael Schlecht. Gerade in der Corona-Zeit komme ihm eine besondere soziale Bedeutung zu.

Zusammen mit Aquafun geht es nun an die restlichen Vorbereitungen, um einen möglichst reibungslosen Start hinzubekommen. Die Grundreinigung lief unabhängig vom Beschluss des Gemeinderats bereits vergangene Woche an.

Die Gemeinde arbeitet am Limit

Kirchheim und Weilheim haben ihre Freibäder schon diese Woche geöffnet. Dass es in Lenningen Juli wird, bis Schwimmer ihrem Hobby frönen dürfen, erklärt der Rathauschef unter anderem damit, dass die Verwaltung mit ihrer Personaldecke am Limit arbeitet. „Die Verordnungen der Landesregierung fordern uns ordentlich heraus.“ Hinzu komme zum 29. Juni noch die Öffnung aller sieben Kindergärten für den Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen und der Regelbetrieb in den drei Grundschulen. „Das hat für uns oberste Priorität“, betont Michael Schlecht. Ebenfalls vom 29. Juni an sollen sämtliche Hallen und andere Gebäude wieder genutzt werden können. Gefordert sei damit vor allem das Hochbauamt, das sich jetzt zusätzlich um die Öffnung des Freibads kümmern müsse. „Da wir den Betrieb gründlich und gut vorbereiten müssen, nehmen wir uns dafür etwas mehr Zeit, damit der Druck auf die Mitarbeiter, die das Ganze umsetzen dürfen, nicht ungesund wird.“

Karten kosten dieses Jahr 2,50 Euro für Erwachsene, für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre einen Euro. Für Kinder unter sechs ist der Eintritt frei.

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