Lenninger Tal

Bauwagen, Internetcafé und Events

Ideenbörse Beim zweiten Lenninger Jugendforum in der Aula des Schulzentrums kommen Wünsche auf den Tisch. Auch Geflüchtete nutzen die Plattform, um auf ihre Bedürfnisse aufmerksam zu machen. Von Anke Kirsammer

Die Kinder- und Jugendbeauftragte Heike Deigendesch sammelt Vorschläge.Foto: Markus Brändli
Die Kinder- und Jugendbeauftragte Heike Deigendesch sammelt Vorschläge.Foto: Markus Brändli

Was haben der Pumptrack in Schopfloch und die Funbox auf dem Lenninger Skaterplatz gemeinsam? Beides waren Vorschläge des ersten Lenninger Jugendforums, zu dem der Kreisjugendring Esslingen (KJR) 2013 eingeladen hatte. „H&M, McDonald‘s und das Zehn-Meter-Brett im Freibad kamen letztes Mal leider nicht zustande“, sagte die Lenninger Kinder- und Jugendbeauftragte Heike Deigendesch augenzwinkernd, bevor sie die Besucher der zweiten Auflage aufforderte, unter Rubriken wie „Sport“, „Freizeit“, „Kultur/Events“, „Anlagen“ und „Aktivitäten“ ihre Wünsche an die Gemeinde loszuwerden.

Erstaunlich, wie schnell sich die Pinnwände füllten. Zu den Ideen gehörte der von Gutenberger Jugendlichen seit der Schließung des Sportheims geforderte Standort für einen Bauwagen. „Die Jungs wissen, dass der Ortschaftsrat das unterstützt“, so die Reaktion von Bürgermeister Michael Schlecht. Er stellte eine Lösung in Aussicht und verwies auf den Schopflocher Bauwagen, der bereits seit 25 Jahren funktioniere.

Für andere Anliegen wie den Wunsch nach einem Süßwarenladen oder einer Eisdiele äußerte Schlecht - selbst Vater von drei Kindern - zwar Verständnis, bemerkte aber: „Ich bin nicht das Christkind.“ Manche Dinge könne die Gemeinde nicht beeinflussen, die gebe es nur, wenn jemand Geld damit verdiene. Wohl eher realisierbar sind Vorschläge wie ein Mülleimer zwischen dem Schulzentrum und der Lenninger Sporthalle, eine Rasenfläche an der Oberlenninger Grundschule, die Freigabe des Gutenberger Sportplatzes zum Kicken oder eine Bank auf dem Skaterplatz.

Die Anlage mit Flutlicht und einer Halfpipe auszustatten, stieß bei Schlecht hingegen auf kein positives Echo. Werde der Platz nachts beleuchtet, bedeute das „open end“. Schon jetzt gebe es Probleme in der Nachbarschaft. Die bereits beim letztes Jugendforum geforderte Halfpipe war von der Wunschliste geflogen, weil die Skater selbst erkannt hatten, dass sie nur von Wenigen genutzt werden kann. An anderer Stelle verwies der Rathauschef auf Auflagen: So darf die früher auf einem Unterlenninger Spielplatz über den Ehnisbach gespannte Brücke nicht mehr aufgebaut werden, weil sie nicht den Vorschriften entspricht.

Heike Deigendesch, Leiterin des Jugendhauses Café Olé, und Schlecht gingen mit vielen Anliegen der Jugendlichen pragmatisch um: Für Filme beispielsweise gebe es ein Kinomobil. „Man muss es nur organisieren.“ Gleiches gelte für Veranstaltungen wie einen Spendenlauf für einen gemeinnützigen Zweck oder eine Beach-Party, wie sie schon einmal in Gutenberg stattgefunden hatte. Da sich eine „Bücherzelle“ in Lenningen nicht realisieren lässt, regte Heike Deigendesch ein „offenes Bücherregal“ an. Die Alternative für einen Secondhandladen ist für sie eine Klamottentauschbörse.

Auf der Wunschliste fand sich auch ein Bikepark. „Wir haben uns mit den Kollegen darauf verständigt, dass es nicht alles überall geben kann“, erklärte Schlecht dazu. „In Owen gibt es einen Bikepark, in Erkenbrechtsweiler einen Dirtpark und bei uns eine Skateranlage und einen Pumptrack.“

Ein Problem brannte einem jungen Erwachsenen unter den Nägeln: Er hätte bei den Aktiven im Fußball gerne eine Spielgemeinschaft Lenningen wie beim Handball. „Das wollen 90 Prozent der Jugendlichen“, betonte er. Entscheiden müssten das die Vereine, so Schlecht. Heike Deigendesch bot an, ein Treffen mit den Verantwortlichen zu organisieren.

Das Forum nutzten auch in Oberlenningen wohnende Geflüchtete. Deutschunterricht, Arbeitsplätze, einen interkulturellen Austausch und einen Ort, an dem sie sich treffen können, gehören zu ihren Anliegen.

Weitere Möglichkeiten zur Beteiligung

Mitarbeiten können Jugendliche nun in den Arbeitsgruppen „Fahrradrennen/Sponsorenlauf“, „Klamottentausch/Offenes Bücherregal“, „Bauwagen Gutenberg“, „Skateranlage“, „interkultureller Austausch“ und „Deutschunterricht“. Interessenten melden sich bei Heike Deigendesch unter 0 70 26/9 10 11 76 oder unter oja.lenningen@gmail.com.

In Owen findet heute im Bürgerschaftskeller von 17 bis 19 Uhr ebenfalls ein Jugendforum statt.ank

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