Lenninger Tal

Bei der Betreuung drückt der Schuh

Haushalt Neben den Kindergärten benötigen nun auch die Grundschulen in Ober- und Unterlenningen zusätzliche Räume. Laut Bürgermeister Michael Schlecht steigen die Schülerzahlen. Von Anke Kirsammer

Die Schulkindbetreuung in Unterlenningen benötigt Platz. Derzeit wird geprüft, für wie viel Geld eine Unterbringung in dem klein
Die Schulkindbetreuung in Unterlenningen benötigt Platz. Derzeit wird geprüft, für wie viel Geld eine Unterbringung in dem kleinen Gebäude neben der Lindenschule zu machen wäre. Foto: Jean-Luc Jacques

Haushaltsreden strotzen nicht immer vor Überraschungen. Lenningens Bürgermeister Michael Schlecht sorgte am Dienstag jedoch dafür, dass den Räten kurzzeitig der Atem stockte: „Das ist mein 20. Haushalt, den ich einbringe, und auch mein letzter“, verkündete er. Doch wer befürchtete, der Rathauschef hätte wenige Tage vor Weihnachten völlig schnörkellos seinen Rückzug angekündigt, konnte aufatmen. Die trockene Ankündigung bezog sich schlicht auf den Abschied von der Kameralistik. Er steht der Verwaltung 2020 ins Haus.

Größere Projekte, die in Lenningen 2019 angepackt werden sollen, sind der zweigruppige Anbau am Kindergarten Kunterbunt in Brucken, die Sanierung der Unterlenninger Engelhofstraße und die Modernisierung der Funkzentrale im Feuerwehrhaus. Einsteigen möchte der Bürgermeister zudem in die Notfallplanung für Stromausfälle.

Die überschaubaren Investitionen begründete Michael Schlecht mit vielen wichtigen Vorhaben in den darauffolgenden Jahren. Für die Sanierung der Ortsmitte Oberlenningen sind Gesamtinvestitionen von acht Millionen Euro vorgesehen. Noch ist nicht klar, wie die einzelnen Bausteine umgesetzt werden. Der Bürgermeister hofft auf das Okay des Regierungspräsidiums Stuttgart, damit die Straßenführung der B 465 im Bereich Amtgasse/Backhausstraße verändert werden kann. Erneut bekräftigte er, dass die Sanierung des Oberlenninger Rathauses und der Verwaltungsneubau eine wichtige Rolle im Gesamtprojekt spielen.

Dass es weitere Räume für die Betreuung unter Dreijähriger, für die Ganztags- und die Schulkindbetreuung braucht, haben die Gemeinderäte bereits auf dem Zettel. Neu dürfte ihnen der Anstieg der Schülerzahlen sein. Auch über zusätzlichen Raumbedarf an der Grundschule Oberlenningen wird sich das Gremium Gedanken machen müssen. Bereits seit Längerem drückt die Gemeinde der Schuh bei der Betreuung der Unterlenninger Schulkinder. Nachdem sich der vorgesehene Ausbau des Dachgeschosses nicht realisieren lässt, rückt das Gebäude Schulgarten 2 in den Blick. Wie Michael Schlecht erklärte, prüft die Gemeinde derzeit, was eine Sanierung kostet, um die Ganztagsbetreuung unterbringen zu können.

Weil die Gemeinde nur noch zwei Doppelhaus-Bauplätze in Schopfloch anbieten kann, ist ein Ziel, Wohnraum zu schaffen: Vo­rantreiben möchte der Bürgermeister die Baugebiete „Lüxen“ in Brucken und „Beunk“ in Schopfloch. In Hochwang will er prüfen, ob am künftigen Bürger- und Vereinshaus sowie um das ehemalige Rathaus Bauplätze ausgewiesen werden können. Ein Anliegen sind ihm auch neue Gewerbeflächen. Sie sollen im „Vorderen Sand“ zwischen Ober- und Unterlenningen entstehen. Entscheiden möchte Michael Schlecht, wie die Zukunft des ehemaligen Vereinsheims beziehungsweise der Grundschule in Gutenberg aussieht. „Beide Gebäude zu sanieren, ist nicht realistisch“, betonte er jedoch.

Handlungsbedarf sieht der Verwaltungschef beim Personal. „Ob Projekte umgesetzt werden können, ist derzeit weniger eine Frage der Finanzierbarkeit, sondern der Personalressourcen in der Verwaltung.“ Dringende Unterstützung wünscht sich der Rathauschef für das Hochbauamt. Zudem würde er gern eine Anlaufstelle für Bildung, Betreuung und Jugend installieren. Für beide Bereiche schwebt ihm je eine halbe Personalstelle vor. Der Gemeinderat befasst sich im neuen Jahr mit dem Entwurf.

Die Eckdaten des Haushaltsentwurfs

Der Haushalt erwirtschaftet 2019 voraussichtlich 847 000 Euro. Um die geplanten Investitionen decken zu können, müssen aus der Rücklage 1,4 Millionen Euro entnommen werden. Zum Jahresende beträgt das Finanzpolster noch neun Millionen Euro.

Die wichtigsten Einnahmequellen sind der Einkommensteueranteil in Höhe von 4,85 Millionen Euro, die Zuweisungen des Landes mit 4,8 Millionen Euro sowie die Gewerbesteuer mit zwei Millionen Euro.ank

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