Lenninger Tal

Beileibe keine „ganz normale Nacht“

Musical in der Owener Marienkirche gab es ein Krippenspiel ganz besonderer Art mit viel Musik und Tanz.

Owen. Über 50 Kinder zwischen vier und 13 Jahren waren der Einladung der Kinderkirche der evangelischen Kirchengemeinde gefolgt, sich auf den unbekannteren Teil der Weihnachtsgeschichte einzulassen. Es geht um Simeon, der hochbetagt noch Jesus begegnen darf.

Das Musical wurde in den Ablauf des Gottesdienstes eingebunden, den Pfarrer Ekkehard Graf liturgisch leitete. Für die musikalische Leitung konnte Thomas Gruel gewonnen werden, unter der Teck in der Kirchenmusik kein Unbekannter. Er schaffte es, in seiner eigenen und besonderen Weise auf die Kinder einzugehen und sie in den Mittelpunkt als Ausführende zu stellen. Ihm zur Seite stand ein Musikerteam unter der Leitung von Friedemann Graf. Die Vielfältigkeit der Musikergruppe von Percussion, Saiteninstrumenten, Blech und Keyboard sowie Piano bot einen wunderbaren Teppich für die Kinderstimmen.

In einem Musical dürfen, um den Handlungsrahmen zu komplettieren, Tanz und Theater nicht fehlen. Den Tanz zu dem mitreißenden Stück „Eine ganz normale Nacht“ hatte mit den sechs Mädchen federführend Linda Kerner eingeübt. Die Mädchen hatten Spaß, das sah man.

Nicht nur die Tanzeinlage war etwas Neues, auch die Kulisse war in diesem Jahr besonders. So konnten Kinder, die außer dem Chorgesang auch ihr handwerkliches oder kreatives Interesse ausleben wollten, bei der Gestaltung des Bühnenbilds mitwirken. Komplettiert wurde alles von der schauspielerischen Darstellung rund um die Erlebnisse des Simeon.

Die Proben und Vorbereitungen hatten sich gelohnt: Der Funke in der voll besetzen Owener Marienkirche sprang auf das Publikum über. Der lang anhaltende Applaus mit Standing Ovations forderte eine Zugabe, die dann auch gerne gegeben wurde. Hierfür hatte sich Thomas Gruel etwas Besonderes einfallen lassen. Er wählte das für das Musical arrangierte Stück „Ehre sei Gott in der Höhe“. Wie bei der Aufführung selbst wurde es im Kanon gesungen, nun aber mit der Variante, auch das Publikum in den Kanon mit einzubinden. Das Experiment glückte in wunderbarer Weise, wie man dem Chorleiter im lächelnden Gesicht ablesen konnte. Jürgen Kiedaisch, langjähriger Impulsgeber im Kinderkirch-Team, würdigte am Ende den Ehrgeiz und die Ausdauer aller.

Die Rückmeldungen nach dem Gottesdienst, in diesem Jahr einen von Musik und nicht ausschließlich von Theaterspiel geprägten Weg für das traditionelle Krippenspiel zu wählen, waren durchweg positiv.

Der Kreis schließt sich: Weihnachten und Musik gehören zusammen.Miriam Schmidt

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