Lenninger Tal

Besinnliche Bläsertöne

Passionsmusik des CVJM-Posaunenchores

Nach sechsjähriger Unterbrechung hatte der CVJM-Posaunenchor Owen unter der Leitung von Rainer Däschler wieder zu einer Passionsmusik zur Sterbestunde Jesu an Karfreitag in die Marienkirche eingeladen. Die positive Resonanz zeigten, wie wichtig und wertvoll das Gedenken an Jesu Tod in der „postmodernen“ Zeit noch ist.

Owen. Mit „Präludium und Fuge“ in d-Moll von Johann Sebastian Bach verliehen die Bläser der Passionsmusik einen angemessenen und würdevollen Beginn. Nach der Begrüßung durch CVJM-Vorstand Jens Häußler füllte sich der Raum der altehrwürdigen Marienkirche mit mehrstimmigen Klängen des Pas­sionskanons „Würdig das Lamm“; der biblische Text hierzu stammt aus Offenbarung 5,12. Daran anschließend las Florian Braun die Passionsgeschichte, aus dem Matthäus-evangelium.

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Nach zwei Chorälen von Johann Sebastian Bach intonierte das tiefe Register ein Medley der zwei Passionslieder „O Haupt voll Blut und Wunden“ und „Were you there, when they crucified my Lord?“ in einem harmonisch sehr interessanten Arrangement des Amerikaners Chris Woods. Ergreifend, wie Woods am Ende des Stücks in der hohen Hornlage beide Melodien miteinander verwob und so auch inhaltlich eine Verbindung beider Lieder herstellte.

Ganz andere Pfade schlug der Bläserchor nun mit dem Erlösungslied „Komm zum Kreuz mit deinen Lasten“ in einer Bearbeitung von Otto Haubrich ein – ging es doch hier um die persönliche Bedeutung von Karfreitag für jeden Einzelnen. Schön, wie sich hier Gesamtchor, kleiner Chor und tiefes Register geradezu organisch fließend abwechselten. Dieses zentrale Karfreitagsthema der Erlösung griff direkt anschließend auch Andreas Munk in seiner Kurzansprache auf. Er lud dazu ein, die Bedeutung des Kreuzestodes Jesu persönlich zu erkennen.

Der Owener Posaunenchor antwortete mit „Crucified“, einer modernen Bläserbearbeitung des bekannten Songs von Michael W. Smith. Daraufhin brachten die Bläserinnen erneut ein Woods-Medley über die Lieder „Schönster Herr Jesu“ und „Stern auf den ich schaue“, diesmal in gemischter Bläserbesetzung mit strahlenden Trompetenklängen, zur Aufführung.

Ein sehr einfühlsam dargebotener musikalischer Segen in einer Vertonung des Engländers John Rutter, der gegenwärtig als einer der bedeutendsten und populärsten Komponisten von Chor- und Kirchenmusik gilt, rundete die besinnliche Passionsmusik ab. Mit dem Schlussstück „Ammerland“ von Jacob de Haan und der darin enthaltenen überraschenden Modulation von c-Moll nach C‑Dur schlug der Owener Posaunenchor musikalisch eine gelungene Brücke von Karfreitag zu Ostern. sd