Lenninger Tal

Besser in Englisch dank Facebook und Co

Sprache Der Lenninger Schüleraustausch mit Nordirland fruchtet mehr als erwartet.

Chatten hilft. Symbolbild

Lenningen. „Wir verbinden drei Ziele mit diesem Schüleraustausch: Verbesserung in der Fremdsprache, Ausbau von interkultureller Kompetenz sowie die Entstehung länderübergreifender Freundschaften“, erklärt der Nordire Piotr Sidor in der Aula der Lenninger Realschule. Nahezu alle Eltern samt Großeltern sind der Einladung zur Abschlussveranstaltung des Schüleraustauschs mit Irland gefolgt und drängen sich nun in der Aula in Lenningen. Der Deutschlehrer ist stolz auf die Begegnung zwischen Schülern der Dro­more High School und der Realschule Lenningen, der er seit sieben Jahren auf nordirischer Seite vorsteht. Seiner Meinung nach werden die Ziele nicht nur erreicht, sondern die Erwartungen größtenteils übertroffen. Eine Auffassung, die die deutschen Kollegen teilen.

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Eine neue Intensität

Die digitalen Medien verleihen dem Projekt eine Intensität, mit der man bei der Initiierung 2010 kaum gerechnet hatte. „In dem Jahr zwischen beiden Besuchen habe ich an über 220 Tagen Kontakt zu den Nordiren gehabt“, erklärt die Schülerin Tamara Kircher. Vor allem Themen wie Schule, Hobbys und Musik dominieren die Chats. „Auf diese Weise ergeben sich authentische Lernsituationen, die die Schüler - im Gegensatz zu mancher Unterrichtsstunde - gerne annehmen“, sagt Englischlehrer Alexander Tomisch.

Befragt nach ihrem Lieblingsteil der Exkursion, geben die Schüler mehrheitlich eine Antwort: Die Dromore High School. Angesichts aufregender Ausflüge zum Giant’s Causeway, dem nordirischen Parlament und ins Titanic-Museum in Belfast scheint es eine recht unorthodoxe Wahl zu sein. „Zu sehen, wie die Schule unserer Freunde aussieht und abläuft, war das Beste“, bemerkt Neele Attinger. Auch ihre ältere Schwester Kyra war schon beim letzten Nordirlandaustausch dabei. Auf deren Anraten hat es auch Neele Attinger auf die grüne Insel verschlagen. Sie würde es ohne Bedenken weiterempfehlen. „Das Schulsystem und auch eine Assembly muss man einfach mal erlebt haben - das kann man nicht in einem Buch nachlesen.“ Carmen Stöferle, eine mitgereiste Lehrkraft der Realschule Lenningen, sagt: „Es ist für die Jugendlichen bereichernd, zu sehen, dass es auch anders geht. Dieses Lernen am Unterschied eröffnet ein Bewusstsein dafür, Dinge zu hinterfragen, sich einzubringen, aber natürlich auch, Bestehendes zu schätzen.“

Als einige Schüler bei der Verabschiedung über ihre Erfahrungen berichten, steigen vielen Teilnehmern Tränen in die Augen. Man kann spüren, wie wichtig den Jugendlichen die Beziehung untereinander geworden ist. pm