Lenninger Tal

Besseres Leben im Dorf

Auszeichnung Die Evangelische Akademie hat den ersten Akademiepreis verliehen. „Aktives Helfen“ ist bei den Preisträgern.

Symbolbild

Bad Boll. Der Verein „Aktives Helfen“ Erkenbrechtsweiler-Hochwang und das Konzeptwerk „Neue Ökonomie“ aus Leipzig sind in Bad Boll mit dem Akademiepreis ausgezeichnet worden. Der Preis wurde zum ersten Mal beim 72. Gründungsfest der Evangelischen Akademie Bad Boll verliehen. Er ist mit 3 000 Euro dotiert, die Organisation aus Leipzig erhält 2 000 Euro, der Nachbarschaftshilfeverein aus Erkenbrechtsweiler-Hochwang 1 000 Euro. Um die Auszeichnung unter dem Motto „Werte leben - Zukunft gestalten“ hatten sich 30 Initiativen und Projekte beworben. Eine Jury aus Vertretern der Direktion, des Kuratoriums und des Förderkreises der Evangelischen Akademie hat mit den beiden gemeinnützigen Initiativen diejenigen Bewerber ausgewählt, die sich am innovativsten für die Gestaltung einer demokratischen, sozialen und zukunftsfähigen Gesellschaft einsetzen.

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Schwierige Entscheidung

In seiner Laudatio betonte Kuratoriumsmitglied Dr. Ulrich Bausch, dass es dem Auswahlgremium sehr schwer gefallen sei, sich für einen Preisträger zu entscheiden, weil fast alle Bewerber den Preis verdient hätten. „Dennoch haben uns zwei Initiativen besonders berührt, weil die eine Initiative im Hier und Heute eine bessere Lebensqualität schafft für alle, die im Dorf Unterstützung brauchen und die andere Initiative darüber nachdenkt, was eigentlich alles zu tun ist, damit in Zukunft die ökologischen Grenzen der Schöpfung respektiert und ein gutes und gleichberechtigtes Leben für alle ermöglicht werden kann.“ Weil diese beiden Initiativen die Jury so begeistert hätten, seien zwei Preisträger ausgewählt worden.

Bausch lobte das Konzeptwerk „Neue Ökonomie“ dafür, dass es junge Menschen inspiriere, sich für einen sozialen und ökologischen Wandel einzusetzen: „Sie sind mit Ihrer erfolgreichen Arbeit zu einem wichtigen zivilgesellschaftlichen Akteur geworden.“

Für mehr Lebensqualität im Dorf setzt sich der Verein „Aktives Helfen“ Erkenbrechtsweiler/Hochwang bereits seit 2006 ein. Der Verein zur Nachbarschaftshilfe hat 330 Mitglieder, darunter auch junge Menschen und Familien. Die etwa 50 ehrenamtlich arbeitenden Männer und Frauen sind zwischen 15 und 75 Jahre alt. Seit 2016 engagieren sich auch Geflüchtete aus Syrien in dem Verein. Jeder Helfer wählt selbst den Bereich und Umfang, in dem er sich einbringen möchte. Der Verein bietet auch ein Bewegungstraining und informiert Interessierte über Vollmachten und Patientenverfügungen. „Alle helfen allen, einschließlich der Geflüchteten, die seit 2016 im Freizeitheim untergebracht sind“, sagte Bausch. pm