Lenninger Tal

Bunter Mix an Wohnformen gefragt

Projekt Drei Büros erarbeiten Vorschläge für das Bruckener Baugebiet Lüxen. Auf dem zwei Hektar großen Gelände sollen Einfamilien-, Doppel- und Mehrfamilienhäuser entstehen. Von Anke Kirsammer

Wo derzeit noch Streuobstbäume und Wiesen vorherrschen, soll künftig gebaut werden können.Foto: Carsten Riedl
Wo derzeit noch Streuobstbäume und Wiesen vorherrschen, soll künftig gebaut werden können.Foto: Carsten Riedl

Mit dem Bruckener Baugebiet Lüxen betritt die Gemeinde Lenningen Neuland: Um eine optimale Konzeption zu bekommen, erarbeiten drei Büros einen städtebaulichen Vorentwurf. Bürgermeister Michael Schlecht verwies im Gemeinderat auf die attraktive Lage des Gebiets angesichts der umgebenden Natur. „Wir wollen ein Höchstmaß an Möglichkeiten“, so der Bürgermeister. Entstehen sollen auf dem 2,1 Hektar großen Gelände südlich des Rinnenwegs nicht nur Einfamilien- und Doppelhäuser, sondern auch Hausgruppen und Mehrfamilienhäuser mit maximal zwei Vollgeschossen. Für die jeweiligen Dachformen ist ein stimmiges Gesamtkonzept maßgeblich. Auf den Straßen sollten die Kinder auch spielen können, gefordert sind außerdem Quartiersplätze. Bewertet werden die Vorschläge unter anderem nach ihrer städtebaulichen Qualität, der Einfügung in das Ortsbild und gestalterischen Elementen. Wert gelegt wird auch auf das Thema Nachhaltigkeit sowie eine dezentrale Erschließung.

Bis auf ein Grundstück hat die Gemeinde sämtliche Flächen in dem Gebiet aufgekauft. Michael Schlecht hofft darauf, auch das letzte Grundstück noch erwerben zu können. Sollte der Kauf scheitern, gebe es in dem Gebiet eben weiterhin „eine schöne private Fläche“. Bislang herrschen im Lüxen Wiesen und Streuobstbäume vor. Naturdenkmale sind nicht darunter. Wie die Leiterin des Bauverwaltungsamts, Erika Biedermann-Keck, sagte, sei der Erhalt einzelner Bäume jedoch wünschenswert. Im Rahmen einer artenschutzrechtlichen Vorprüfung waren in dem Baugebiet Zauneidechsen entdeckt worden. Sie müssen vor einer Bebauung umgesiedelt werden. Darüber hinaus ist die Gemeinde verpflichtet, Ersatz für ein im Lüxen existierendes Biotop zu schaffen. Weil das Gebiet eventuell alemannische Gräber beherbergt, braucht es voraussichtlich die Begleitung durch die Denkmalpflege.

Im Gemeinderat stießen die Vorgaben für die Planer auf Zustimmung. Georg Zwingmann war es wichtig, die Auswirkung starker Niederschläge auf die an einem leicht geneigten Nordhang gelegenen Grundstücke mit einzukalkulieren. Das werde im Rahmen der Erschließung berücksichtigt, so Erika Biedermann-Keck. Im Übrigen sei geplant, Regenwasser in den aufgeweiteten Krötenbach einzuleiten. Falk Kazmaier wünschte sich zum jetzigen Zeitpunkt bezüglich der Gebäudehöhen mehr Freiheiten. Das unterstützte die Mehrheit. Die exakten Höhen sollen erst im Bebauungsplan festgezurrt werden. Armin Diez‘ Frage nach dem zeitlichen Ablauf konnte Schlecht nicht abschließend beantworten. Wann die Bauherren im Lüxen loslegen können, stehe noch nicht fest.

Der Gemeinderat entscheidet im Oktober

Drei Teilnehmer hat die Gemeinde Lenningen zu dem Wettbewerb eingeladen: Die Stuttgarter Büros „mharchitekten“ und „Zoll Architekten“ sowie die Project GmbH aus Esslingen.

Die Bewertung der Arbeiten, die bis zum 2. Juli abgegeben werden müssen, übernehmen Fachgutachter. Sie geben dem Gemeinderat eine Empfehlung ab.

Anfang Oktober befasst sich das Ratsgremium nicht öffentlich mit den Vorschlägen. Am 15. Oktober beschließt der Gemeinderat, welches Büro den städtebaulichen Entwurf ausarbeiten darf und beauftragt die Planer gegebenenfalls mit der Erarbeitung eines Bebauungsplans.

Die Kosten belaufen sich auf 50 000 Euro. Alle drei Büros bekommen für den Vorentwurf je 10 000 Euro.ank

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