Lenninger Tal

BWV schiebt Radweg an

Haushalt Die beiden Gruppierungen des Lenninger Gemeinderats unterstützen zahlreiche Vorschläge von Bürgermeister Michael Schlecht. Die „Neue Mitte Oberlenningen“ genießt Priorität. Von Anke Kirsammer

Auf dieser Seite der B 465 sind Brucken und Owen nicht über einen Radweg verbunden. Die Bürgerliche Wählervereinigung möchte, da
Auf dieser Seite der B 465 sind Brucken und Owen nicht über einen Radweg verbunden. Die Bürgerliche Wählervereinigung möchte, dass sich das ändert.Foto: Jean-Luc Jacques

Neun Millionen Euro hat die Gemeinde Lenningen Ende 2018 auf der hohen Kante. Trotz des dicken Polsters: Die Bürgerliche Wählervereinigung (BWV) sorgt sich mittelfristig um die Finanzen. „Betrachten wir die Aufgaben, die vor uns liegen, sind die Rücklagen schnell abgeschmolzen“, gab der BWV-Sprecher Wolfgang Tröscher in seiner Haushaltsrede zu bedenken. Vor allem mit Freiwilligkeitsleistungen müsse man vorsichtig sein.

Große neue Projekte könnten in absehbarer Zeit nicht angegangen werden, so Tröscher. Vielmehr gelte es, bereits Geplantes gut abzuarbeiten. Die größte Herausforderung stellt für die BWV die städtebauliche Entwicklung der Ortsmitte Oberlenningen dar. Von einem Wettbewerb erhofft sie sich das Erkennen „neuer und guter Wege“. Die Bedeutung der „Neuen Mitte Oberlenningen“ strich auch Georg Zwingmann, Lenninger Grüne Alternative Liste/Unabhängige Bürger Lenningen (LEGAL/UBL), heraus. Die von Bürgermeister Michael Schlecht als Initialzündung ins Spiel gebrachte Sanierung des Rathauses sah er distanzierter. „Die Rathaussanierung ist vielleicht der erste, aber nicht der wichtigste Schritt in dem Entwicklungsprozess.“

Für beide Gruppierungen ist die Gemeinde bei Bildung und Betreuung auf dem richtigen Weg. „Ein Angebot schon ab dem Kleinkindalter ist unabdingbar“, betonte Tröscher. Fürs Frühjahr hatte der Rathauschef Beratungen zur Zukunft des in die Jahre gekommenen Tobelkindergartens angekündigt. Der BWV fehlt ein vollständiger Plan für eine Gesamtlösung. „Bis dahin sollte zumindest das Notwendigste erledigt werden, um für Erzieherinnen und Kinder eine annehmbare Situation zu schaffen“, sagte Tröscher. Georg Zwingmann unterstützt die Verwaltung darin, einen Neubau ins Auge zu fassen, der eventuell eine Kombilösung für Kindergartenkinder und die Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern darstellt. Dabei setzt er auf Ideen aus der Planungskonkurrenz „Neue Mitte Oberlenningen“.

Schlechts Überlegungen, einen Naturkindergarten anzubieten, stoßen bei beiden Gruppierungen auf positive Resonanz. LEGAL/UBL beantragte darüber hinaus eine von der Verwaltung vorzubereitende Infoveranstaltung für interessierte Lenninger Eltern, um den Bedarf zu erkunden.

Sowohl BWV als auch LEGAL/UBL begrüßen die Erschließung des Bruckener Wohngebiets Lüxen. Ein Muss ist für die BWV die laufende Unterhaltung beziehungsweise Sanierung von Ortsstraßen und gemeindeeigenen Immobilien. Nach wie vor steht sie zum Umbau der Hochwanger Schule zu einem Bürgerhaus. Sie wünscht sich aber, dass das Projekt zügig über die Bühne geht.

Als Ärgernis bezeichnete Tröscher die Fallleitung in Oberlenningen, die immer wieder zu einer starken Geruchsbelästigung führt. „Hier ist dringend Abhilfe zu schaffen“, mahnte er an. Ebenfalls auf den Nägeln brennen der BWV fehlende Gewerbebauplätze und ein Radweg zwischen Brucken und Owen. Tröscher beantragte, in den Haushalt die Kosten für die Planung aufzunehmen.

Angesichts des wachsenden Rechtspopulismus sprach sich Georg Zwingmann unter anderem dafür aus, sich noch stärker für den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu engagieren, Kommunalpolitik für gute Bildung, Erziehung und Betreuung zu machen und sich für sozialen Ausgleich, Integration und Inklusion einzusetzen.

„Wie kann die Kommune als Arbeitgeber attraktiver werden?“, ist eine Frage, die LEGAL/UBL diskutieren will. Etwas mehr Transparenz beim Fuhrpark des Bauhofs wünscht sich die Gruppierung angesichts einer 150 000 Euro teuren Ersatzbeschaffung für einen „Multicar“. Die BWV indes hinterfragt den im Etat vorgesehenen Kauf von 18 Scannern für die Verwaltung.

Info Am 6. Februar beschäftigt sich der Gemeinderat in der Generaldebatte erneut mit dem Haushalt. Verabschiedet wird der Etat am 27. Februar.

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