Lenninger Tal

Coffee to go – Fluch oder Segen?

Ob beim Spaziergang oder auf dem Weg zur Arbeit – Kaffee für unterwegs gehört heute einfach zum Alltag.

Melissa

Seitz Volontärin

Am frühen Morgen tickt die Uhr immer ein bisschen schneller als man denkt. Kaum ist man aufgestanden, sollte man eigentlich schon längst an der Bushaltestelle stehen und auf den Bus warten, der einen zum Bahnhof bringt. Zeit, genüsslich einen leckeren heißen Kaffee zu schlürfen, bleibt da nicht. Die Müdigkeit hat somit jeden Morgen die Überhand, da darf der morgendliche Koffein-Schub natürlich nicht fehlen. Gesegnet sei der Erfinder des coffee to go! In den fünf Minuten bis die S-Bahn kommt, ist genügend Zeit, sich den Wachmacher in einem praktischen Pappbecher zu kaufen. Warum einen sperrige Thermobecher herumschleppen, der sowieso nie Platz in der Tasche findet? Ordner, Bücher und allerlei Kleinkram haben da natürlich Vorrang, einen Platz in der Tasche zu ergattern. Bei Pappbechern ist das anders. Die finden an jeder Ecke, in jedem Mülleimer einen Platz.

Irene

Strifler Redakteurin

Was für eine Unsitte, immer und überall Essen und Trinken bereitzuhalten! Alles gibt‘s mittlerweile „to go“, von der Nudelbox über die Sushi-Sammlung bis zum Kaffee. Immer schnell-schnell, im Gehen eben, ohne Liebe und Konzentration auf das, was man gerade macht. Wer genussvoll frühstückt, mit Saft, Kaffee, Brötchen und der Tageszeitung, der braucht bis zum Mittag nichts, so einfach ist das. Dass man die Autofahrt zur Arbeit nicht ohne einen Kaffee in der Mittelkonsole oder die Wartezeit auf dem Bahnsteig nicht ohne einen Becher in der Hand übersteht, ist einfach eine schlechte Angewohnheit. So wie es eine Marotte ist, seinen Arbeitsplatz mit einer wachsenden Zahl leerer Kaffeebecher zu verunstalten, bis dann irgendwann wieder Tabula rasa gemacht wird. Wer alles gleichzeitig macht, macht nichts richtig. Mit bewusstem Leben hat „to go“ herzlich wenig zu tun.

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