Lenninger Tal

Darf ein Café in das frühere Sportheim einziehen?

Planung Lenningen will abklären, was in Gutenberg möglich ist. Bisher gab es dort nur eine Vereinsgaststätte.

Die Rollläden sind heruntergelassen, seit Anfang vergangenen Jahres ist das Sportheim verwaist. Daraus eine öffentliche Gaststät
Die Rollläden sind heruntergelassen, seit Anfang vergangenen Jahres ist das Sportheim verwaist. Daraus eine öffentliche Gaststätte zu machen, setzt eine Nutzungsänderung voraus. Foto: Jean-Luc Jacques

Lenningen. Seit gut einem Jahr ist die Vereinsgaststätte des Turnvereins Gutenberg zu. Nach zähem Ringen hatte sich der Verein damals dazu entschlossen, das Sportheim zu schließen, das Gebäude der Gemeinde Lenningen, auf deren Grundstück das Haus steht, zu übergeben und den Pachtvertrag zu beenden. Seitdem wird in den Rathäusern überlegt, was aus dem Gelände und dem sanierungsbedürftigen Gebäude im Tiefental werden soll.

Durch zwei Interessenten, die ein Café beziehungsweise eine Gaststätte in dem Gebäude eröffnen wollen, kommt nun Bewegung in die Frage zur Zukunft des Sportheims. Dreh- und Angelpunkt ist jedoch die genehmigte Nutzung. Denn bislang ist es lediglich möglich, dort ein Vereinsheim mit Gaststätte zu betreiben. Eine öffentliche Gastwirtschaft ist derzeit nicht zulässig.

Einstimmig hat sich der Gemeinderat jetzt dafür ausgesprochen, eine entsprechende Nutzungsänderung zu beantragen. Die Ausführungen von Lenningens Bürgermeister Michael Schlecht klangen aber wenig euphorisch: „Das Gelände liegt im Außenbereich. Die Diskussion mit dem Landratsamt wird sicher nicht einfach.“ Zudem befürchtet er hohe Auflagen, beispielsweise in punkto Brandschutz.

Wenn die Vorgaben der Behörde bekannt sind, möchte die Kommune das weitere Vorgehen entscheiden. „Dann können wir überlegen, gehen wir an das Thema ran oder welche anderen Möglichkeiten gibt es?“, so Schlecht. Er stellte in den Raum, im Tiefental im Zusammenhang mit dem Biosphärengebiet etwas auf die Beine zu stellen. Dafür gäbe es eventuell auch Fördergelder.

Gemeinderat Armin Diez unterstützte den Vorstoß der Verwaltung: „Wir brauchen Klarheit, um zu wissen, was mit dem Gebäude passieren kann.“ Karl Boßler warnte indes vor Investitionen: „Wenn wir 150 000 Euro in einen Umbau stecken und nur ein paar Hundert Euro Miete bekommen, ist das nicht in unserem Sinn.“ Falk Kazmaier gab zu bedenken, dass junge Gutenberger nicht viele Möglichkeiten haben, um sich zu treffen. Ziel müsse sein, etwas zu ermöglichen, aber der Aufwand, den die Gemeinde betreiben könne, habe Grenzen. Anke Kirsammer

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