Lenninger Tal

Das Abwasser verschluckt viel Strom

Modernisierung Die in die Jahre gekommene Kläranlage in Owen hat beim Energieverbrauch großes Optimierungspotenzial.

Die Kläranlage in Owen ist in die Jahre gekommen und muss teilweise saniert werden. Foto: Jean-Luc Jacques
Die Kläranlage in Owen. Foto: Jean-Luc Jacques

Owen. „Die Kläranlage in Owen hat ein enormes energetisches Optimierungspotenzial“, stimmte Bürgermeisterin Verena Grötzinger ihre Gemeinderäte auf ein teures Unterfangen ein, an dessen Sinnhaftigkeit niemand zweifelte. „Die Anlage verbraucht 60 Kilowattstunden pro Einwohner und Jahr. 90 Prozent aller Kläranlagen liegen drunter, Owen also am sehr hohen, oberen Ende“, zeigte Rainer Hauff, Geschäftsführer des Gruppenklärwerks Wendlingen, das Ranking auf. Das liegt an der veralteten Verfahrenstechnik im Bereich der biologischen Stufe, wie die Energieeffizienzanalyse ergab.

Was alles modernisiert und umgebaut werden muss, erläuterte Rainer Hauff. Am Ende stand die stattliche Zahl von 640 000 Euro, die die Sanierung kostet. Das Gute für Owen: Lenningen wird sich an den Rechnungen beteiligen, denn das Abwasser aus Unterlenningen und Brucken wird in der Teckstadt geklärt. Somit muss Owen 350 000 Euro bezahlen, Lenningen 290 000 Euro. Der Schlüssel dafür sind die Einwohnerzahlen. Damit die Lenninger Räte wissen, was im Nachbarstädtchen mit ihrem Geld passiert, gibt es im Mai im Gemeinderat dort ebenfalls eine Präsentation. Im März kommenden Jahres sollen die Arbeiten beginnen.

Kapazitätsprobleme im Blick auf mögliche Neubaugebiete gibt es nicht. Ernüchternd war die Zahl bezüglich der Kosteneinsparung beim Strom: rund 15 000 Euro im Jahr - je nach Strompreis. „So darf man aber nicht rechnen. Langfris­tig ist es die richtige Entscheidung, die Anlage zu sanieren. Die Gebläse sind schlicht und ergreifend am Ende“, sagte Rainer Hauff. „Wir müssen den großen Wurf machen, um die Kläranlage auf den Stand der Technik zu bringen. Es wäre noch mehr möglich, aber irgendwo war die Grenze erreicht“, erklärte Verena Grötzinger. Iris Häfner

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