Lenninger Tal

Das Fällen von Bäumen ist unausweichlich

Verkehr Nächstes Jahr im Herbst soll die Hochwangsteige für vier Wochen gesperrt werden. Der Revierförster Alexander Klein will bei der Aktion 70 Privatwaldbesitzer ins Boot holen. Von Anke Kirsammer

Autofahrer werden nicht begeistert sein, wenn die Hochwangsteige 2018 für vier Wochen dichtgemacht wird. Notwendig ist es, um de
Autofahrer werden nicht begeistert sein, wenn die Hochwangsteige 2018 für vier Wochen dichtgemacht wird. Notwendig ist es, um den Wald auszulichten. Foto: Jean-Luc Jacques

Acht Jahre ist es her, dass der Wald an der Hochwangsteige ausgelichtet worden ist. Damals wurde lediglich in den Privatwäldern gearbeitet. Für Revierförster Alexander Klein höchste Zeit, die Motorsägen aufheulen zu lassen. „Auch in der zweiten Reihe stehen Bäume, die nicht mehr in bestem Zustand sind“, so der Fachmann. Soll dort in großem Stil gearbeitet werden, kommt man ohne eine Sperrung der Steige nicht herum. Als Wunschtermin nennt Klein den Herbst 2018.

Der Förster ist sich bewusst darüber, dass die Bürger davon nicht gerade begeistert sein werden, müssen sie doch bereits seit einigen Jahren im Lenninger Tal immer wieder Umwege in Kauf nehmen, weil die B 465 saniert wird. Und ein Ende der Baustellen ist nicht absehbar. Im kommenden Jahr steht ein weiterer Abschnitt in Owen an, und eventuell wird auch die Gutenberger Steige für einen längeren Zeitraum dicht gemacht. Genauere Auskünfte hat das Regierungspräsidium dazu noch nicht erteilt. Den Herbst findet Alexander Klein für die Arbeiten optimal. Es liegt kein Schnee, die Bäume sind nicht im Saft, und er sieht keine Probleme mit der Naturschutzbehörde. Zudem bietet das kommende Jahr den Vorteil, dass noch alles läuft wie gehabt. Die Forderungen des Kartellamts, die eine Umstrukturierung des Forsts nach sich ziehen, sollen bis 2019 umgesetzt sein.

Alexander Klein geht davon aus, dass allein im Gemeindewald 500 bis 600 Festmeter Holz anfallen. Hinzu kommt, was die 70 Privatwaldbesitzer aus ihren Beständen herausholen möchten. „Wir würden einen starken Eingriff vornehmen, damit wir auf Jahre fertig sind“, so der Förster. Weil er für die Planung viel Vorlauf benötigt, hat er jetzt bereits den Gemeinderat um das Okay gebeten.

Bürgermeister Michael Schlecht unterstützt das Vorhaben. „Herr Klein war vorsichtig mit seinem Ansinnen, weil ich gesagt habe, mir reicht es mit den Sperrungen“, erklärte der Rathauschef. „Aber wenn der Förster sagt, wir müssen was tun, dann müssen wir reagieren.“ Um jegliches Risiko für Verkehrsteilnehmer auszuschließen, ist auch Michael Schlecht klar, dass das Fällen der Bäume nicht ohne Vollsperrung zu machen ist. Er geht davon aus, dass die Bauarbeiten, die nächstes Jahr in Owen anstehen, bis Herbst fertig sind.

Auch im Ratsrund stieß der Vorschlag Alexander Kleins auf Wohlwollen. Auf die Frage Jürgen Raus nach der Dauer der Sperrung, erläuterte der Förster, dass die Steige voraussichtlich vier Wochen nicht befahrbar sein wird, denn auch das Abbauen der Leitplanken und die Aufräumarbeiten kosteten Zeit. Mit Verweis auf den umgestürzten Baum vor bald drei Wochen an der Oberlenninger Adolf-Scheufelen-Straße erkundigte sich Karl Boßler danach, wie die Privatwaldbesitzer ins Boot geholt werden. „Zwingen kann man niemanden“, sagte Alexander Klein da­rauf. „Aber wir machen den Leuten klar, dass es keine Bagatelle ist, wenn ein Baum umstürzt, bei dem es absehbar war.“

Einstimmig beauftragte der Gemeinderat den Förster damit, den Sicherungshieb im Herbst 2018 vorzubereiten.

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