Lenninger Tal

Das Sola-Fieber steckt alle an

Sommerlager in Obersteinbach: Der KJR bietet wieder Spiel, Spaß und Abenteuer für Klein, Größer und Groß

Es ist eine gute alte Tradition: Der Kreisjugendring Esslingen (KJR) veranstaltet gerade sein 66. Sommerlager in Obersteinbach. Jeden Sommer treffen sich dort rund 100 Kinder und verbringen gemeinsam einen erlebnisreichen zweiwöchigen Urlaub.

Bei der Lagerolympiade sind alle Sola-Sportler mit vollem Einsatz dabei - gekämpft wird um die Medaillenränge. Fotos: hag
Bei der Lagerolympiade sind alle Sola-Sportler mit vollem Einsatz dabei - gekämpft wird um die Medaillenränge. Fotos: hag

Obersteinbach. Das Sommerlager, Kurzname Sola, wird stets im kleinen hohenlohischen Ort Obersteinbach nahe Schwäbisch Hall eingerichtet. Dort ist es umgeben von Feldern, Wiesen und Wald mitten in der Natur. Seit dem 1. August ist diese ruhige Gegend wieder mit Leben erfüllt. 13 große Zelte bieten einen naturnahen Schlafplatz. Die Zelte stehen in Dorfverbänden, aufgeteilt in verschiedene Altersgruppen. Den einzigen Luxus bietet das zum großen Gelände gehörende Otto-Weinmann-Haus, in welchem sich gut ausgestattete sanitäre Anlagen, Küche, Gemeinschaftsraum mit Tischkicker und Tischtennisplatte sowie der kleine Kiosk befinden. Dort erledigt man aber nur notwendige Dinge, zudem kocht man dort. Alles andere spielt sich hauptsächlich im Freien ab.

Insgesamt kümmern sich unter der Gesamtleitung von Andreas Colosi 23 ehrenamtliche Mitarbeiter um die Kinder. Von ihnen sind die meisten zum wiederholten Mal mit dabei – oder sie sind sogar selber Ex-Sola-Kinder. Die pädagogische Leitung im Sola 1 haben Grundschullehrerin Julia Beck und Benjamin Wachsmann inne.

Gemeinsam bieten sie den Kindern ein breit gefächertes, abwechslungsreiches Programm. Es gibt verschiedene Workshops wie Kerzenziehen, kreatives Malen, Freundschaftsbänder knüpfen oder Holzarbeiten, bei denen den Kleinen handwerkliches Verständnis beigebracht wird.

Besonders wichtig sind die verschiedenen Neigungsgruppen. Themen in diesem Jahr, zu denen sich die Kinder je nach Interesse eintragen können, sind beispielsweise „Sport aktiv“, „Eine Reise um die Welt“ oder „Zirkus“. Auch das Sportangebot lässt keine Wünsche offen, bei Volleyball, Fußball, Baseball, Badminton oder Ultimate Frisbee können die Kinder sich nach Herzenslust austoben.

Es wird viel Wert auf ein gemeinsames Zusammenleben gelegt. Daher finden viele Angebote nicht nur dorfintern, sondern altersübergreifend statt, damit Kinder verschiedenen Alters auch miteinander Zeit verbringen. So lernen sie Rücksichtnahme und Zusammenarbeit, erklärt Benjamin Wachsmann. Voraussetzung für ein harmonisches Miteinander ist es auch, Grundsätze einzuhalten: zum Beispiel, dass im Lager weder Internet noch Handy geduldet sind.

„Anfängliches Heimweh ist nach den ersten paar Tagen meist vollkommen vergessen“, erzählt Benjamin. In den zwei Wochen Sommerlager wachsen alle zusammen und viele neue Freundschaften entstehen.

Damit die Kinder ihren Eltern trotzdem von den Erlebnissen berichten können, gibt es eine Sola-Post. Die Kinder schreiben Briefe an die Eltern und umgekehrt. Diese werden dann ganz professionell mit Briefmarken versehen und mit der Post verschickt. Täglich wird dann beim gemeinsamen Essen die eingegangene Post verteilt. „Darauf freuen sich die Kinder immer ganz besonders“, lacht Julia Beck.

Während des Essens sitzen die Kinder in Zeltgruppen mit dem dazugehörigen Betreuer an einem Tisch. Jede Gruppe hat einmal Dienst: die Kinder decken die Tische selber auf und ab und helfen dem Küchenteam anschließend beim Saubermachen. Zwischen den Mahlzeiten geht es frisch gestärkt mit dem jeweiligen Tagesprogramm weiter und alle geben wieder Vollgas. Um auch ein wenig Ruhe zu finden, haben Kinder und Betreuer nach dem Mittagessen Freizeit und können machen, worauf sie Lust haben. Sei es ein kleiner Mittagsschlaf, ein Fußballspiel oder ein Ausflug in den Wald. „Der Wald ist wie ein zweites Zuhause für mich“, erzählt die zehnjährige Laura.

Ein absolutes Highlight war auch das Außenlager. Die verschiedenen Dörfer haben sich gemeinsam mit ihren Betreuern aufgemacht, um ein Nachtlager im Freien aufzuschlagen. Einige fanden Unterkunft in einer Scheune, die anderen in einem Schweinestall. Das sei ein großes Abenteuer für alle gewesen. „Wir versuchen, den Kindern einmalige Erfahrungen zu bieten, die sie zu Hause so vielleicht nicht erleben“, sagt Benjamin Wachsmann. Auch bei der Lagerolympiade können die Kinder ihr Geschick beweisen.

Das Sola-Fieber steckt alle an
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