Lenninger Tal

Den Bienen ist es noch zu kalt

Obst- und Gartenbauvereine laden zum Spaziergang durch die blühenden Streuobstwiesen ein

Streuobstwiesen sind ökologisch wertvoll, prägen die örtliche Kulturlandschaft und liefern wertvolle Rohstoffe für Saft, Most, Destillate und andere regionale Produkte. Davon konnten sich gestern etwa 30 Naturfreunde bei einer Blütenwanderung durch die Streuobstwiesen im Lenninger Tal überzeugen. Eingeladen hatten die Obst- und Gartenbauvereine aus Lenningen und Owen.

Imker Benjamin Merkle zeigt den Teilnehmern der Blütenwanderung im Lenninger Tal seine Bienenvölker.Foto: Andreas Kaier
Imker Benjamin Merkle zeigt den Teilnehmern der Blütenwanderung im Lenninger Tal seine Bienenvölker.Foto: Andreas Kaier

Lenningen. „Ohne Pflege gibt es keine schönen Äpfel“, machte Rainer Klingler, der Bruckener OGV-Vorsitzende gleich zu Beginn des knapp vierstündigen Spaziergangs durch die blühenden Streuobstwiesen deutlich. Gemeinsam mit seinem Unterlenninger OGV-Kollegen Roland Hohnheiser hatte er die Tour geplant, die bei nassem Aprilwetter vom Oberlenninger Bahnhof über die Hopfenburg nach Unterlenningen führte. Unterwegs verwies Klingler vor allem auf die ökologische Bedeutung der Streuobstwiesen, die nur durch Pflege erhalten werden könnten.

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Wie viele verschiedene Apfel- und Birnensorten es auf den heimischen Streuobstwiesen gibt, zeigt sich auf dem Obst- und Waldlehrpfad des OGV Unterlenningen, über den ein Teil der Blütenwanderung führte. Auf halber Strecke wartete ein Stand der Mostereien Rommel und Bosch auf die Wanderer, die inmitten der blühenden Obstbäume verschiedene Schnäpse, Most, Seccos und Apfelsaft verkosten konnten. Wem der Sinn nach Süßem stand, konnte beherzt bei den Fruchtgummis mit dem Namen „Kirschherzle“ zugreifen, die mit Unterstützung des Landkreises Esslingen aus heimischem Kirschsaft produziert werden.

Wie Bäume fachgerecht geschnitten und gepflegt werden, zeigten Klingler und Hohnheiser kurze Zeit später an zwei jungen Ostbäumchen. „Ein Kulturbaum braucht einfach die Menschenhand“, sagte Klingler, während er einzelne Ästchen kürzte.

Doch mit guter Pflege allein ist es nicht getan. Damit sich aus den Blüten schönes Obst entwickeln kann, müssen Imker wie Benjamin Merkle aus Unterlenningen dafür sorgen, dass es ihren Bienen gut geht. Mit der Versicherung, dass seine Bienen nicht aggressiv seien, machte sich Merkle mit den Blütenwanderern am offenen Bienenstock auf die erfolgreiche Suche nach der Königin eines seiner vier Bienenvölker, die oberhalb von Unterlenningen ihre Arbeit verrichten. Doch derzeit ist es den Bienen noch zu kalt.

Laut Hohnheiser ist aber bei dauerhaft schlechtem Wetter die Befruchtung gleich Null. „Wir brauchen deshalb jetzt dringend schönes Wetter“, sagte er und sprach den meisten Mitwanderern, die die Tour bei Kaffee, Kuchen und informativen Fachgesprächen später gemeinsam ausklingen ließen, aus der Seele.