Lenninger Tal

Der Dorfladen soll noch ein Café erhalten

Nahversorgung Das Hülbener Genossenschaftsprojekt hat sich bereits zur kommunikativen Anlaufstelle entwickelt.

Symbolbild_Tasse_Kaffee
Symbolbild

Hülben. Rund 30 der fast 200 Genossenschaftsmitglieder des noch jungen Hülbener Dorfladens kamen zur ersten Genossenschaftsversammlung zusammen. Die wohl spannendste Frage, wie sich der Laden im laufenden Betrieb schlägt, wurde noch nicht beantwortet. „Wir sind im Plan. Was auch immer Plan bedeutet“, erklärte Bürgermeister Siegmund Ganser als Aufsichtsratsvorsitzender, der ergänzend von einem „vernünftigen, guten Jahr“ sprach.

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Der Grund für die Zurückhaltung? „Die Prüfung durch den baden-württembergischen Genossenschaftsverband läuft noch“, erklärte Carina Gless aus dem Vorstand der Genossenschaft. „Klar ist aber: Wir müssen die Abläufe weiter optimieren, gewisse Dinge vereinfachen und wirtschaftlicher arbeiten.“ Die ersten Zahlen indes stimmten doch positiv: Das Gründungsjahr 2016, in dem unter anderem die Ladeneinrichtung gekauft wurde, schloss die Genossenschaft mit einem Fehlbetrag von nur rund 5 000 Euro ab.

Interessante Zahlen nannte Gless aber doch: Zu Beginn des Dorfladens lieferte der Ochsenhausener Lebensmittelgroßhändler Waren im Wert von 18 000 Euro an. Inzwischen sei der Warenwert auf 25 000 Euro gestiegen. „Da hat sich wahnsinnig viel getan, wir haben das Angebot kontinuierlich ausgebaut“, schilderte Gless. Hinzu kommen 20 regionale Anbieter, die im Dorfladen ebenfalls ihre Produkte anbieten können. Neben den drei angestellten Mitarbeiterinnen helfen 15 Ehrenamtliche im Dorfladen aus, wobei weitere Helfer insbesondere für die Abholung und Lieferung sowie für die Öffentlichkeitsarbeit gesucht werden, wie Nadina Seferovic sagte.

Kundschaft nicht nur vom Ort

Angenommen wird der Dorfladen nicht nur von der Hülbener Bevölkerung - auch aus Kirchheim kauft ein Kunde regelmäßig freitags im Dorfladen ein, war auf der Genossenschaftsversammlung zu hören. Und einige größere Betriebe im Ort lassen sich beliefern, etwa mit Obst oder einem warmen Vesper.

Bürgermeister Siegmund Ganser ermunterte alle Hülbener, im Dorfladen einzukaufen und das Projekt zu unterstützen. „Wir sind längst noch nicht auf dem Weg, den wir brauchen, um in Sicherheit zu sein“, sagte Ganser. „Der Laden wird nicht von alleine laufen.“ Der Schultes betonte aber auch, dass der Dorfladen mehr sei als „nur eine reine Einkaufsmöglichkeit“. Er habe sich zu einer „kommunikativen Anlaufstelle“ entwickelt, die sogar als „soziales Projekt“ wahrgenommen würde.

Ein Schritt in diese Richtung könnte das geplante Café Rosengarten sein. 5 000 Euro werden benötigt, das Dorfladen-Team hofft auf Spenden. Alexander Thomys