Lenninger Tal

„Der Stein ist eine neue Geschichtsquelle“

Vortrag Rainer Laskowski stellt neue Erkenntnisse über Ulrich Swelcher von Wielandstein in der Marienkirche vor.

Rainer Laskowski bei der Freilegung der Grabplatte. Der Ritter hatte eine markante Helmzier. Foto: Jean-Luc Jacques
Rainer Laskowski bei der Freilegung der Grabplatte. Der Ritter hatte eine markante Helmzier. Foto: Jean-Luc Jacques

Owen. Der neu entdeckte Ritter aus dem Mittelalter in Owen, der dank seiner Helmzier an einen Wikinger erinnert, stößt auf großes Interesse - auch bei Kindern und Jugendlichen. Deshalb hält Rainer Laskowski am kommenden Palmsonntag, 14. April, um 16.30  Uhr über die neuesten Forschungsergebnisse den Vortrag „Ulrich Swelcher von Wielandstein - Ergebnisse der archäologischen Sondage in der Marienkirche“. Dort wurde die Grabplatte des alten Ritters bei Umbauarbeiten im Boden des Kirchenschiffs entdeckt und weckte die Neugier der Gottesdienstbesucher.

Die treibt auch Rainer Laskowski um, der maßgeblich an der Ausgrabung beteiligt war. Den Vorsitzenden des Alt-Owen-Förderkreises lässt der Adlige nicht los und treibt ihn in Archive, wo er laufend auf neue Erkenntnisse stößt. „Die Geschichte geht weiter“, freut er sich. Für ihn ist eine Verbindung zur Schlacht in Reutlingen im Jahr 1377 wahrscheinlich. Damals kamen rund 50 aufständische Adlige ums Leben, weshalb es auch die „Reutlinger Todesliste“ gibt. „Das würde zu unserem Ritter passen - könnte aber auch Zufall sein“, so Rainer Laskowski. Bei seiner Recherche stieß er auf zwei Adlige aus Dettingen, die an der Schlacht beteiligt waren, was bisher niemand wusste. Der Tod des Ulrich Swelcher von Wielandstein - vor dem Fund der Grabplatte war er nur aus Urkunden bekannt - würde zur Endphase der Herzöge von Teck passen, bevor sich die Württemberger ausdehnten. Auch die Verbindung zu Wernau ist neu, denn der jetzt entdeckte Ritter war in zweiter Ehe mit Ann Hochschlitz verheiratet. „Die Geschichte der Grabplatte betrifft das ganze obere Lenninger Tal über die Achse Oberlenningen - Owen - Dettingen und darüber hinaus bis Wernau. Dieser Stein ist eine neue Geschichtsquelle“, freut sich Rainer Laskowski.

Die Archäologen fanden bei ihrer „Baubegleitung“ auch einige Münzen, quadratische Tonplatten vom Fußboden der gotischen Kirche aus der Zeit um 1400, bisher unbekannte Mauerrest sowie ältere, rätselhafte Bodeneingriffe. Nach dem Vortrag können sich die Besucher einige dieser Fundstücke anschauen. Iris Häfner

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