Lenninger Tal

„Die Dinge auf den Punkt gebracht“

Verabschiedung Thomas Kerssens war 16 Jahre lang Gemeinderat der Stadt Owen. Er hatte sich nicht mehr zur Wahl gestellt.

Der scheidende Gemeinderat Thomas Kerssens.
Der scheidende Gemeinderat Thomas Kerssens.

Owen. Nach 16 Jahren endete für Thomas Kerssens ein wichtiger Abschnitt in seinem Leben: Er kandidierte nicht mehr für das Amt des Gemeinderats und wurde von Owens Bürgermeisterin Verena Grötzinger offiziell verabschiedet. „Mit Ihnen gehen 16 Jahre Erfahrung in den kommunalpolitischen Ruhestand“, sagte sie. Sein Abschied zeige jedoch auch, dass ehrenamtliches Engagement endlich sein darf. „Sonst finden wir keine Menschen mehr, die sich überhaupt dafür bereit erklären“, ist die Stadtchefin überzeugt.

An Thomas Kerssens schätzte sie seine ruhige und zurückhaltende Art - wie sie mit einem Augenzwinkern bemerkte. Die hatte jedoch Grenzen. „War die Frustrationstoleranz erreicht oder sogar überschritten, konnten Sie Ihre Meinung und Einschätzung mit Nachdruck und klaren Worten zum Ausdruck bringen, was der Diskussion und auch dem kontroversen Austausch immer wieder gutgetan hat“, sagte Verena Grötzinger im Rückblick. Dabei habe man auch immer wieder erkennen können, dass Thomas Kerssens die Themen am Herzen liegen. „Es war Ihnen wichtig, die Dinge auf den Punkt zu bringen, um ein gutes Ergebnis zu erzielen - und das braucht es, wenn man sich für die Menschen und den Ort engagiert“, erklärte die Stadtchefin. Sie erinnerte auch daran, dass Thomas Kerssens noch von ihrem Vorgänger, Siegfried Roser, ins Amt des Gemeinderats eingesetzt wurde.

Lachendes und weinendes Auge

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge sagte Thomas Kerssens Adieu. Er bedauert, nicht mehr aktiv an den Geschicken der Stadt Owen mitwirken zu können. Gleichzeitig freut er sich auf mehr Zeit für die Familie, nicht zuletzt mit den Enkeln. „Ich denke gerne an die lange und gedeihliche Arbeit am Ratstisch zurück“, sagte er und bezeichnete Verena Grötzinger als Glücksgriff im Amt der Bürgermeisterin. Bei ihrer Wahl hätten die Bürger Weitsicht bewiesen. Er blickte aber auch in die Zukunft. „Ich wünsche den Gemeinderäten ein glückliches Händchen für unser Städtchen“, sagte Thomas Kerssens sichtlich bewegt zum Abschied.

Zum letzten Mal am Ratsrund Platz genommen haben an diesem Abend auch Robert Häußler, Nico Hofmann und Achim Rebmann. Sie stellten sich nicht mehr zur Wahl beziehungsweise wurden nicht mehr gewählt. Iris Häfner

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