Lenninger Tal

Die Eltern sorgen für frisches und leckeres Essen

Schule Zum zehnjährigen Bestehen der Mensa am Bildungszentrum in Oberlenningen kommen zahlreiche Gratulanten. Viel Lob gibt es für die Kochteams. Von Anke Kirsammer

Bei hochsommerlichen Temperaturen hat die Schulgemeinschaft in Oberlenningen den zehnten Geburtstag des Esseckles gefeiert. Die
Bei hochsommerlichen Temperaturen hat die Schulgemeinschaft in Oberlenningen den zehnten Geburtstag des Esseckles gefeiert. Die Leiterin der Mensa, Margret Schade, erinnerte an die „schwierige Geburt“.Foto: Markus Brändli

Mit hochrangigen Geburtstagsgästen hat die Mensa am Schulzentrum in Oberlenningen ihr zehnjähriges Bestehen gefeiert. Gekommen waren nicht nur sämtliche Schüler von Grund- und Werkrealschule, Realschule und Förderschule, sondern auch Lehrer, amtierende und ehemalige Rektoren, Gemeinderäte, die Landtagsabgeordneten Andreas Kenner (SPD) und Karl Zimmermann (CDU) sowie der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Hennrich.

Erstes Essen: Spaghetti

„Ohne Schüler wäre die Mensa nicht denkbar, aber ohne den Einsatz von Bürgermeister Schlecht und das mutige Mitmachen des Gemeinderats hätte es sie auch nicht gegeben“, sagte die Leiterin Margret Schade. Gewürdigt wurden insbesondere die zahlreichen Ehrenamtlichen, die sich teils über viele Jahre in den Kochteams engagiert haben. Im Mai 2007 hatte sich eine Elterninitiative für eine Mensa stark gemacht, in der frisch gekocht werden sollte. Margret Schade erinnerte an die „schwierige Geburt“. Aus technischen und juristischen Gründen konnte die Mensa nach den Sommerferien nicht an den Start gehen, stattdessen musste das Essen in der Oberlenninger Turn- und Festhalle ausgegeben werden. Am 12. November 2007 wurde dann erstmals an der Tobelstraße aufgetischt: Es gab Spaghetti mit verschiedenen Soßen. Wie damals haben die Schüler nach wie vor von Montag bis Freitag freie Auswahl unter Hauptgerichten, an der Salatbar und am Kuchenbuffet, das ehrenamtliche Bäckerinnen bestücken.

Glückwünsche überbrachte Bürgermeister Michael Schlecht: „Die Mensa ist aus unserem Schulzentrum nicht mehr wegzudenken.“ Sie sei nicht nur ein Ort, an dem es etwas zu essen gebe, sondern wo man auch reden könne. Der Rathauschef blickte auf den nicht ganz so reibungslosen Beginn zurück. Dazu gehörte eine Entscheidung des Gemeinderats gegen die Einführung einer Ganztagsschule. Eine von Eltern zusammengetragene Liste mit 2 000 Unterschriften stimmte das Gremium um. Der Bau des Hauses „G“ inklusive einer Mensa wurde beschlossen. Die Kosten förderte der Bund über das Investitionsprogramm „Bildung und Betreuung“. „Die Eltern haben den Gemeinderat und mich davon überzeugt, um täglich frisch und lecker kochen zu können, brauchen wir nicht nur eine Ausgabe-, sondern eine Kochküche“, sagte Schlecht. Sie kostete damals 190 000 Euro. Nur durch das ehrenamtliche Engagement seien die Essenspreise so niedrig. „Es gibt keine andere Mensa, die so günstig anbietet.“ Möglich ist das nur, weil die Gemeinde die Kosten für das hauptamtliche Personal nicht umlegt. War das „Esseckle“ ursprünglich nur mit einer 50-Prozent-Stelle ausgestattet, so sind es inzwischen zwei volle Stellen. Margret Schade bekam 2009 Verstärkung durch Antje Schumann, und inzwischen gehört auch die Georgierin Ia Chantadze zum Team. „Damit leisten wir einen Beitrag zur Integration von Flüchtlingen“, betonte Schlecht.

Eine besondere Überraschung

„Schmeckt’s denn?“, fragte der Bundestagsabgeordnete Michael Hennrich und erntete fröhliches Gejohle der Schüler. Da seine Frau auch in einem Mensaverein engagiert sei, könne er ermessen, was es heißt, die Kochteams zu organisieren. Eine besondere Überraschung hatte er für zehn Köchinnen im Gepäck, die von der ersten Stunde an in der Lenninger Mensa mithelfen. Sie bekamen nicht nur Ehrenurkunden ausgehändigt, zusammen mit dem Grünen-Abgeordneten Matthias Gastel lädt Michael Hennrich sie auch zu einer viertägigen Berlin-Reise ein. Der CDU-Politiker ging auf die Diskussion zwischen Bund und Ländern ein: „Entscheidend ist, dass wir in Bildung investieren und zusammenarbeiten, um Konzepte zu entwickeln. Insbesondere müssen wir Ruhe und Verlässlichkeit garantieren.“

Von einer Erfolgsstory sprach der Rektor der Grund- und Werkrealschule, Erich Merkle. Er ließ die Gemeinde, das Mensateam und die Kochgruppen von der ganzen Schulgemeinschaft hochleben. Zehn Jahre Esseckle, das bedeutet für ihn zehn Jahre super Essen, gute Gemeinschaft und gute Gespräche. Die Ganztagsschule würde es ohne Mensa nicht geben.

Die Werkrealschulband unter der Leitung von Joachim Maier und der Realschulchor unter der Leitung von Annegret Führinger setzten der Feier das Sahnehäubchen auf. Im Anschluss durfte sich jedes Kind zur Erfrischung ein Eis abholen, und die Gäste wurden zum Ständerling in die Mensa geladen. Dazu reihten sie sich, wie sonst die Schüler, an der Theke in die Schlange ein, um sich mit Häppchen und kühlen Getränken zu versorgen.

Zahlen rund ums Esseckle

Die Kasse wurde in den vergangenen zehn Jahren 141 146 mal betätigt.

Ausgegeben wurden im Schnitt täglich 100 Essen.

Insgesamt waren es 106 709 Tagesessen, 34 562 Salate und 38 726 Nachtische.

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