Lenninger Tal

Die freundlichen Helfer von nebenan

Soziales Engagement mit Hammer und Bohrmaschine: Kleinreparaturdienst hilft Senioren im Alltag

Im Alter fällt manches nicht mehr so leicht. Sei es, dass ein Schrank an einen anderen Platz soll oder die Tür vom Wohnzimmer quietscht. Wer keine netten Nachbarn hat, die in einem solchen Fall gern mit anpacken, kann sich in Lenningen an die Männer des ehrenamtlichen Kleinreparaturdienstes „Rat & Tat“ wenden.

Die freundlichen Helfer von nebenan
Die freundlichen Helfer von nebenan

Lenningen. Pünktlich um 11 Uhr stehen Dieter Schmid und Dieter Seltenreich zu ihrem Einsatz bei der Kundin in Oberlenningen auf der Matte. An diesem Tag sollen sie Bilder aufhängen. Und die Gardinen bitte auch, die kommen gerade frisch aus der Waschmaschine. „Kurzprogramm, ist ja nur, dass der Staub rausgeht“, sagt die Bewohnerin. Selbst auf die Leiter stellen, traut sich die über 70-Jährige nicht mehr, schon gar nicht mit den schweren Gardinen auf dem Arm. „Für mich ist der Service eine unglaubliche Bereicherung“, sagt sie.

Es sind diese kleinen Dinge des Alltags, die Schmid und die anderen Männer des Kleinreparaturdienstes übernehmen. „Wir springen da ein, wo jemand aus gesundheitlichen Gründen oder anderen Einschränkungen nicht selbst Hand anlegen kann“, sagt Schmid. Kleinigkeiten, wie Dichtungen wechseln oder beim Fernseher die Kanäle neu einstellen – Dinge, für die man eigentlich nicht extra einen Handwerker rufen muss. Denn denen, betont Schmid, wolle der Dienst, der unter dem Dach von „Unser Netz“ angesiedelt ist, keine Konkurrenz machen.

Immer zu zweit sind die Männer von „Rat & Tat“ unterwegs. „Schon zur eigenen Absicherungen“, sagt Dieter Seltenreich. Und zu zweit geht bekanntlich auch alles besser. Schnell noch die Bohrmaschine ausgepackt, dann kann es schon losgehen. Wasserwaage, Bleistift und Zollstock liegen griffbereit. In wenigen Minuten hängt der Kunstdruck an der gewünschten Stelle.

Über 165 Einsätze wie diesen haben die ehrenamtlichen Teams seit dem Start vor drei Jahren nun schon geleistet. Einige Senioren, berichtet Schmid, sind Stammkunden und holen sich die netten Helfer immer wieder ins Haus, wenn die Schublade klemmt oder das Wasser in der Spüle nicht mehr richtig abläuft.

Zwölf Mann sind für „Rat & Tat“ ehrenamtlich im Einsatz. Die meisten haben einen handwerklichen Hintergrund, sind Elektriker, Schlosser oder Schreiner. „Von jedem Beruf ist jemand dabei“, so Schmid. So können die Ratsuchenden die Experten fragen, ob es nicht doch einen Fall für den Handwerker ist oder der Kundendienst kommen muss. Denn was Kleinreparaturen und Leistungen anbelangt, zieht der Service klare Grenzen. „Möbel bauen oder so etwas machen wir nicht“, stellt Schmid klar. Weder verstehen sie sich als Landschaftsgärtner noch als Notdienst. Auch Elektrogeräte oder Ähnliches werden nicht repariert.

Mittlerweile hängen bei der Kundin die Gardinen wieder. Zehn Euro hat die Frau der Besuch der beiden Männer gekostet. Material wie Dübel und Nagel sind im Preis schon drin. Nun packen Dieter Schmid und Dieter Seltenreich ihre Werkzeuge wieder ein und verabschieden sich. Der nächste Auftrag wartet schon.

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