Lenninger Tal

Die Kehrmaschine fährt regelmäßig

ICE-Baustelle Die verdreckte B 465 im Lenninger Tal wird mindestens einmal wöchentlich gereinigt. Das Transportunternehmen und die Deutsche Bahn haben die Aufgabe an die Steinbrüche übertragen. Von Anke Kirsammer

Die Kehrmaschine des Steinbruchs Moeck ist mit Hochdrucksprühern und einer Sauganlage ausgestattet, um die Straßen vom hartnäcki
Die Kehrmaschine des Steinbruchs Moeck ist mit Hochdrucksprühern und einer Sauganlage ausgestattet, um die Straßen vom hartnäckigen Kalkschlamm zu befreien. Foto: Markus Brändli

Die Muldenkipper, die zwischen den Steinbrüchen und dem Albvorlandtunnel pendeln, hinterlassen in diesem Frühjahr insbesondere bei schlechtem Wetter deutlich mehr Dreck auf der B 465 als sonst. Im Owener Rathaus fand deshalb ein Gespräch statt, bei dem neben den Bürgermeistern von Owen und Lenningen Vertreter der Deutschen Bahn, der Baufirma des Albvorlandtunnels, Implenia, und der Firma Fischer Weilheim, die für die Transporte verantwortlich ist, mit am Tisch saßen.

Obwohl die Fahrten für den Bau des Albvorlandtunnels nur einen Teil des im Lenninger Tal anfallenden Lkw-Verkehrs ausmachen, hätten die Bahn sowie Implenia und Fischer zugesagt, sich für eine Verbesserung der Situation einzusetzen, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der beiden betroffenen Kommunen und der Bahn. Rechtlich seien die Fahrer die Verursacher, sagt der Pressesprecher des Esslinger Landratsamts, Peter Keck. Laut Straßenverkehrsordnung wären sie in der Pflicht, die Straßen sauber zu hinterlassen, um niemanden zu gefährden. „Wir haben das Kehren auf den Steinbruch Moeck übertragen“, erklärt Rolf Herzog, Marketingleiter der Firma Fischer, dazu. Selbstverständlich seien die Fahrer dazu angehalten, sowohl auf den Baustellen als auch in den Steinbrüchen die Reifenwaschanlagen zu nutzen, bevor sie auf die Straße fahren.

Weil dort dennoch eine Menge Dreck ankommt, wird bis zum Ende des Tunnelvortriebs unabhängig von der Witterung einmal wöchentlich die B 465 zwischen den örtlichen Steinbrüchen und der Baustelle im Bereich der Stadt Owen und der Gemeinde Lenningen mit einer Kehrmaschine gesäubert. Die Kosten dafür tragen laut Pressesprecher der Bahn die Steinbrüche. Bei schlechtem Wetter wird öfter geputzt. Um eine effektivere Reinigung hinzubekommen, sind die Kehrmaschinen mit Hochdrucksprühern ausgestattet. Der nasse Schmutz wird anschließend eingesaugt. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Schottervertrieb Vordere Alb (SVA), zu dem auch der Steinbruch Moeck gehört, eine große, moderne Kehrmaschine gekauft.

Der Geschäftsführer Helmut Roth verweist darauf, dass der Steinbruch die Kehrmaschine schon seit Längerem einmal wöchentlich durchs Tal schickt. „Das machen wir nicht wegen der Großbaustelle“, betont er. Das sei eigentlich Aufgabe der Transportunternehmen beziehungsweise der Bahn. „Wir sind der Gemeinde Lenningen diesbezüglich aber schon immer entgegengekommen und haben die Straße gekehrt“, betont Helmut Roth. Das mache der Steinbruch freiwillig und ohne rechtliche Verpflichtung. „Die Gemeinde kann jederzeit anrufen und dann fahren wir.“ Umgekehrt darf die Kehrmaschine im Lenninger Bauhof Wasser tanken. Sonst müsste das Fahrzeug drei- bis viermal zwischen dem Steinbruch und den Ortschaften hin- und herpendeln.

Wie der Sprecher der Bahn mitteilt, werden sich künftig weniger Laster durchs Lenninger Tal wälzen als bislang, weil das Ausbruchmaterial aus dem Tunnel unter anderem entlang der Autobahn gelagert und zu weiter entfernten Steinbrüchen gefahren wird. An Spitzentagen sind zurzeit über 400 Lkw am Tag im Lenninger Tal unterwegs. Wie viele jeweils fahren, hängt stark vom Vortrieb beim Tunnelbau und dem Ausbruchmaterial ab, denn je nach Zusammensetzung wird es zu unterschiedlichen Steinbrüchen gekarrt.

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