Lenninger Tal

Die Kelten kommen in Fahrt

Kultur Das Erlebnisfeld Heidengraben nimmt langsam Formen an. Für die neue Touristenattraktion sind bereits Investitionen in Höhe von mehr als viereinhalb Millionen Euro geplant. Von Michael Koch

Der Erlebnispfad wird derzeit umgesetzt, der Zeitplan für das Erlebnisfeld ist dagegen noch offen.Foto: Michael Koch
Der Erlebnispfad wird derzeit umgesetzt, der Zeitplan für das Erlebnisfeld ist dagegen noch offen. Foto: Michael Koch

Die Kelten kommen: So heißt es auf einem gro­ßen Plakat am keltischen Gräberfeld am Burrenhof. Und auf diese Ankunft wollen die Gemeinden Hülben, Grabenstet­ten und Erkenbrechtsweiler vorbereitet sein. Deshalb haben die drei Gemeinderatsgremien, die zusammen die Verbandsversammlung des „Zweckverbands Region am Heidengraben“ bilden, weitere Schritte zur Umsetzung des „Erlebnisfelds Heidengraben“ auf den Weg gebracht. Denn es könnte jetzt sehr schnell gehen.

Am 18. Dezember treffen sich die beteiligten Bürgermeister, Landräte und weitere Verantwortliche zu einer Besprechung im Kultusministerium in Stutt-gart. Von dort soll zur Umsetzung des Keltenkonzeptes der Großteil der Finanzierung des Erlebnisfeldes erfolgen. Die Unterstützung des Landes ist bereits zugesagt, die Höhe der Summe noch offen. „Die Jahreszeit würde passen, aber noch kann die frohe Botschaft nicht verkündet werden“, sagte Verbandsvorsitzender Roland Deh. Die Hoffnung, dass es dann zur großen Bescherung kommen könnte, besteht aber noch.

Nach derzeitiger Planung wird mit Kosten zwischen 4,6 und 4,8 Millionen Euro für die neue Touristenattraktion in unmittelbarer Nähe zum Burrenhof gerechnet. Die drei Kommunen haben seinerzeit rund 1,3 Millionen Euro (60 Euro pro Einwohner über drei Jahre) in einen Topf gezahlt, davon sind aktuell noch 740 000 Euro übrig. Mehr können die Kommunen derzeit nicht aufbringen. Deswegen hofft man jetzt auf das große Präsent aus der Landeshauptstadt.

„Unsere Vorleistungen stoßen in Stuttgart auf eine sehr positive Resonanz und dienen beispielgebend für andere Projekte“, ergänzte Hülbens Schultes Siegmund Ganser. Deswegen schreiten die drei Kommunen weiter voran. Neben dem Kelten-Erlebnis-Pfad, an dessen Umsetzung derzeit gearbeitet wird und der Mitte 2020 eröffnet werden soll (wir berichteten), wurden jetzt auch Planungsphasen für das Erlebnisfeld vergeben. Damit soll eine verlässliche Kostenkalkulation entstehen.

Beginn schon 2020 möglich

Um die Finanzierung für das Land einfacher zu machen, sind in den vergangenen Wochen verschiedene Förderanträge, sogar auch an den Bund, gestellt worden. Damit wird dem Land ermöglicht, die erforderliche Summe aus verschiedenen Töpfen zu generieren. Ziel ist es, 2021 mit der Umsetzung zu beginnen, Träumer wagen gar zu hoffen, dass der Spatenstich bereits mit der Einweihung des Erlebnispfades Mitte 2020 über die Bühne gehen könnte.

Da in der Verbandsversammlung auch neue Gemeinderatsmitglieder vertreten sind, gab Dr. Gerd Stegmaier einen kurzen Überblick über die Funde in der jüngsten Grabungsperiode im Sommer und über den aktuellen Stand der Kelten-Forschung.

Sein Fazit: Beim Heidengraben handelt es sich um die größte keltische Siedlung auf dem europäischen Festland, die Funde nehmen „eine spektakuläre Entwicklung“, eine außergewöhnliche Grabenanlage soll im Laufe des kommenden Jahres visualisiert werden.

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