Lenninger Tal

Die Kindergärten platzen aus allen Nähten

Betreuung Lenningen braucht dringend Plätze für Kleinkinder und Drei- bis Sechsjährige.

Das kleine Haus neben der Unterlenninger Grundschule könnte zur Krippe umgebaut werden. Die Verwaltung prüft außerdem, was ein N
Das kleine Haus neben der Unterlenninger Grundschule könnte zur Krippe umgebaut werden. Die Verwaltung prüft außerdem, was ein Neubau kosten würde.Foto: Jean-Luc Jacques

Lenningen. In Lenningen gibt es so viele kleine Kinder wie seit Langem nicht. Zuzüge sind das eine, mehr Geburten als in den Vorjahren das andere. Was eigentlich ein Grund zum Jubeln ist, hat auch seine Kehrseite: Die Eltern müssen vielfach vertröstet werden, wenn sie ihren Nachwuchs betreuen lassen wollen. „Wir sind nur noch am Jonglieren“, so fasste Bürgermeister Michael Schlecht die Lage im Rathaus zusammen, wenn Anmeldungen für neue Kinder hereinkommen. Luft gäbe es zwar noch in freien Gruppenräumen in Hochwang und Schopfloch. Den Eltern aus dem Tal soll aber nicht zugemutet werden, ihre Kinder auf die Albhochfläche zu bringen, bevor sie zur Arbeit fahren.

Schon bisher existierten Wartelisten, nächstes Jahr stehen jedoch erstmals Kleinkinder Schlange, die bis zu ihrem dritten Geburtstag keine Chance haben, einen Platz zu ergattern. Würde sich am Angebot nichts ändern, könnten sie den Kindergarten erst als Dreijährige besuchen. Für U 3-Kinder fehlen insbesondere Ganztagsplätze und Plätze mit verlängerten Öffnungszeiten. Spätestens zu Beginn 2019 klemmt es aber auch in den Ganztags- und Regelgruppen für Drei- bis Sechsjährige. Um den Eltern schnellstmöglich etwas anbieten zu können, schlug Michael Schlecht vor, im Gebäude Schulgarten 2 in Unterlenningen eine Ganztagsgruppe oder eine Gruppe mit verlängerten Öffnungszeiten für Kleinkinder einzurichten. Zudem bat er um das Okay für einen Behelfsbau hinter dem Kindergarten Kunterbunt in Brucken, um dort eine kombinierte Ganztags- und Regelbetreuung für Ü 3-Kinder aufzumachen. „Der Standort könnte auch von Kindern aus dem Wohngebiet Lüxen genutzt werden“, so der Rathauschef.

Die Gemeinderäte stießen sich am „Klein-Klein“ der Verwaltung. Karl Boßler vermisste eine langfristige Lösung. Er stellte den Umbau des Gebäudes Schulgarten 2 infrage: „Warum bauen wir dort nicht neu?“ Georg Zwingmann erinnerte daran, dass er bereits 2015 auf ein Betreuungskonzept gepocht hatte. „Wir brauchen eine Entscheidung, die den Rechtsanspruch abdeckt“, sagte er und sprach sich für Ganztagsplätze aus. Auch Wolfgang Tröscher vermisste eine Strategie. „Wir benötigen einen großen Kindergarten mit einem Konzept für die nächsten Jahre.“ Michael Schlecht verwies indes auf den Wettbewerb zur „Neuen Mitte Oberlenningen“. Davon erhofft er sich Ideen für eine Kombilösung für Kindergartenkinder und die Ganztagsbetreuung von Grundschülern. Er bezweifelte zwar, dass ein Neubau im Schulgarten in Unterlenningen viel mehr Plätze bringt als ein Umbau, zeigte sich gegenüber einer Prüfung aber aufgeschlossen. Hauptamtsleiter Günther Kern drängte wie Schlecht auf schnelle Lösungen: „Wir haben keine Zeit für großartige Alternativen. Wir brauchen die Plätze spätestens Ende dieses, Anfang nächsten Jahres.“

Angeregt durch Falk Kazmaier fasste das Ratsgremium den Beschluss, die Weichen für einen Behelfsbau am Kindergarten in Brucken zu stellen, um zeitnah eine Ganztagsgruppe für Kleinkinder einzurichten. Zudem soll dort bei Bedarf eine Ganztags- beziehungsweise Regelgruppe für Ü 3-Kinder eröffnet werden können. Darüber hinaus prüft die Verwaltung, was ein Umbau des Gebäudes Schulgarten 2 in Unterlenningen kostet und welche Möglichkeiten ein Neubau mit sich brächte. Die Ergebnisse fließen dann in die Überlegungen hinsichtlich eines Kindergartenneubaus in Oberlenningen ein.Anke Kirsammer

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