Lenninger Tal

Die Last mit den Lastwagen

Verkehr Brummis, die durch Erkenbrechtsweiler rollen, sind eine Belastung für die Bürger. Metallpfosten sollen die Gehwege sichern. Von Sylvia Gierlichs

Es geht eng zu in der Ortsdurchfahrt von Erkenbrechtsweiler.Foto: Jürgen Holzwarth
Es geht eng zu in der Ortsdurchfahrt von Erkenbrechtsweiler.Foto: Jürgen Holzwarth

Die Ortsdurchfahrt von Erkenbrechtsweiler ist eng, versetzt sind Parklücken eingezeichnet. Eigentlich müssten diejenigen, die das Hindernis auf ihrer Seite haben, warten, bis der Gegenverkehr vorbei ist. In Erkenbrechtsweiler kann das bisweilen Stop-and-Go für Laster und Autos bedeuten. Doch kaum einer wartet. Der Ausweg: Man fährt mal kurz über den Bordstein und den Gehweg. „Das hat bei uns mittlerweile zu sichtbaren Schäden an den Gehwegen geführt, denn die sind natürlich nicht für so eine Belastung ausgelegt“, sagt Bürgermeister Roman Weiß.

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Tempo 30 gilt im ganzen Ort

So ganz neu ist das Thema in dem kleinen Ort auf der Albhochfläche nicht. Deswegen fand im vergangenen Jahr bereits eine Verkehrsschau statt. Mit dem Ergebnis, dass vor der Schule während der Schulzeit nur Tempo 30 erlaubt war. Die Gehwege vor der Schule sind außerdem mit Metallpfosten gesichert, damit ein Befahren des Bordsteins dort nicht mehr möglich ist. Mittlerweile gilt Tempo 30 auf der gesamten Ortsdurchfahrt. Für die nächsten zwei Jahre. Denn so lange dauert es, bis der Albvorlandtunnel gebaut ist. Der Bau des Tunnels beginnt nach Auskunft der Bahn in Kürze, der dazugehörige Lkw-Verkehr macht die Situation in Erkenbrechtsweiler nicht angenehmer.

Im August dieses Jahres fand dann, kurzfristig anberaumt, eine weitere Verkehrsschau statt. Massive Beschwerden der Bürger, die sich auch direkt an die Straßenverkehrsbehörde im Landratsamt wendeten, hatten dies ermöglicht. Und kaum standen die Behördenmitarbeiter mit Bürgermeister und Polizei am Straßenrand, schanzte auch schon der erste Lkw über den Gehweg. Dass uniformierte Beamte Augenzeugen der Szene wurden, störte den Fahrer dabei offenbar überhaupt nicht.

Für die Teilnehmer der Verkehrsschau war dies so eindrucksvoll, dass nun entlang der ganzen Ortsdurchfahrt an den Gehwegen Metallpfosten aufgestellt werden. Zum Schutz der Bürger. Denn kürzlich musste sich eine ältere Dame, die dabei war, ihren Gartenzaun zu streichen, mit einem beherzten Sprung über den Zaun des Nachbargrundstücks in Sicherheit bringen. Das Rad des Lasters rollte nur wenige Zentimeter an ihrem Fuß vorbei.

Der Verkehr nimmt zu

Roman Weiß will nicht alle Lkw-Fahrer über einen Kamm scheren: „Es gibt Rowdys und solche, die sich korrekt verhalten“, sagt er. Die Gefährdung der Bürger will Weiß aber nicht hinnehmen. Dem Bürgermeister und seinen Gemeinderäten ist klar: Der Verkehr, vor allem auch der der schweren Lastwagen, nimmt in den nächsten Monaten zu. Vor allem wegen der Sperrung in Owen. Hier wird ein Teil der Ortsdurchfahrt saniert. Die Sperrung wird ab Ende November zwar erst einmal aufgehoben. Im März steht hier aber nochmals eine dreimonatige Sperrung an. Und die nächste Baustelle lässt nicht lange auf sich warten. Denn im nächsten Jahr wird die Gutenberger Steige saniert. Auch in Erkenbrechtsweiler wird gebaut: Just in dieser Woche wird die Straße nach Hochwang saniert und wohl im kommenden Jahr ein Kreisverkehr gebaut. Dauer: mehrere Monate. Eine innerörtliche Umleitung wird hier erforderlich.

Tempo 30 gefällt nicht allen

Tempo 30 für die gesamte Ortsdurchfahrt - das gefällt nicht allen. Einige sind der Meinung, das Tempolimit gelte nur für den Schwerlastverkehr. Und sind empört, wenn sie geblitzt werden. Denn die Einhaltung der Geschwindigkeitsbeschränkung wird derzeit verstärkt kontrolliert. Offenbar sind manche sogar so verärgert über die Einschränkung ihrer mobilen Freiheit, dass sie Tempo-30-Schilder abmontierten. Wo keine Schilder, da kann ja schließlich auch niemand auf die Einhaltung eines Tempolimits pochen.

Bleibt noch die Frage nach den Kosten für die Anbringung der Metallpfosten an den Gehwegen. „Die werden sehr wahrscheinlich an der Gemeinde hängen bleiben“, macht sich Bürgermeister Weiß kaum Hoffnungen, hier finanzielle Unterstützung, von welcher Seite auch immer, zu erhalten. Gleiches gilt für die Sanierung der Gehwege.