Lenninger Tal

Die Rektorin hinterlässt große Spuren

Unterlenninger Lindenschule verabschiedet ihre Chefin Andrea Bizer – Wechsel nach Kirchheim

Mit Blechbläsern, Flöten und Gesang hat die Grundschule Unterlenningen ihre Rektorin Andrea Bizer verabschiedet. Sechs Jahre wirkte sie an der Schule.

Andrea Bizer sagt der Unterlenninger Lindenschule Lebewohl. Zum Abschied sorgt ein buntes Programm für Heiterkeit bei den Gästen
Andrea Bizer sagt der Unterlenninger Lindenschule Lebewohl. Zum Abschied sorgt ein buntes Programm für Heiterkeit bei den Gästen. Foto: Carsten Riedl

Lenningen. Ob Schulentwicklung, Inklusion, Fremdevaluation, Methoden- und Künstlertage – zahlreiche Neuerungen verdankt die Unterlen­ninger Lindenschule Andrea Bizer. 2010 hatte sie die Stelle als Schulleiterin angetreten. Nun wurde sie gebührend verabschiedet. Nicht nur das Kollegium ist sich einig, dass die Pädagogin große Spuren hinterlässt. Vom kommenden Schuljahr an leitet die 54-Jährige die Freihof-Grundschule in Kirchheim.

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Trotz Schulwechsels: Weiter mit Andrea Bizer zusammenarbeiten kann Schulrat Kai Katuric, weil er auch ihre neue Wirkungsstätte betreut: „Veränderungen gehören für Sie zum Leben“, bescheinigt er der Rektorin. Er habe sie als Mensch kennengelernt, der auch Herausforderungen meistert und sich besonders für die Kinder einsetzt, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. „Heterogenität ist für Sie immer eine Chance“, so Katuric.

Dass es nicht immer einfach war, in Gesprächen mit der Schulleitung den Vater außen vor zu lassen, gesteht Bürgermeister Michael Schlecht ein. Alle drei Kinder des Verwaltungschefs, der mit seiner Familie in Unterlenningen wohnt, wurden von Andrea Bizer begleitet. Ihr sei es immer um ganzheitliche Bildung gegangen. Auf den Weg brachte sie auch die nachmittägliche Betreuung. „Zum Glück hatten Sie einen Schulträger, der auch dafür ein offenes Ohr hatte“, so Schlecht augenzwinkernd. Die Einführung der Schulsozialarbeit an den Lenninger Grundschulen, die sie ebenfalls propagiert hatte, findet nun an der Lindenschule unter der Ägide von Christa Hils statt. Die Chefin der Owener Grundschule übernimmt kommissarisch auch die Leitung in Unterlenningen.

Für Schuldekanin Dorothee Moser ist Andrea Bizer eine Frau, die gerne gestaltet und für die Schule etwas Dynamisches hat. Ähnlich beschreibt der Geschäftsführende Schulleiter Erich Merkle seine Kollegin aus dem Nachbarort. Überzeugt davon, dass es für die Power, die sie an den Tag legt, Doping braucht, hatte er ihr zu ihrem Amtsantritt vor sechs Jahren ein Doppelherz-Tonikum geschenkt. Jetzt legte er mit Flüssigem nach. Regelmäßig hatten sich die Schulleiter über Themen wie die Ganztagesschule, die in Unterlenningen angesiedelte Grundschul-Förderklasse und die Kooperation mit der Musikschule ausgetauscht. Enorm interessiert sei die Pädagogin mit scharfem Verstand immer auch an Rückmeldungen der weiterführenden Schulen.

Lob für die gute Zusammenarbeit gibt es auch von der Elternbeiratsvorsitzenden Iris Bernkopf und von Steffen Bodtländer, dem Vorsitzenden des Musikvereins Unterlenningen. Er freut sich über die Kooperation in Form von Bläserklassen, die im nächsten Schuljahr 23 Kinder besuchen. Nicht nur vom Können der Bläser bekommen die Gäste eine Kostprobe: Geleitet von Elisabeth Vollmer lockern Lieder wie der Song über das coole Raphuhn, Flötenklänge und ein Tanz der Schüler das Programm auf.

Mit Blick auf die Kinder sagt ­Andrea Bizer: „Es macht viel Freude, wenn jeder seinen Weg findet.“ Sie erinnert unter anderem an das hartnäckige Werben für die Schulsozialarbeit und würdigt die gute Zusammenarbeit mit Rathaus, Schulamt, den Lenninger Rektoren und sämtlichen schulischen und außerschulischen Partnern.

Spuren hinterlässt nicht nur An-drea Bizer an der Lindenschule. Das gilt auch umgekehrt: Dafür sorgen die Kolleginnen mit jeder Menge Grün. Thymian, Lavendel, Basilikum, Salbei und Co. verbreiten künftig im Garten der Rektorin mit ihren Düften mediterranes und ein bisschen Unterlenninger Flair.

„Mehr Raum für Gestaltung“Nachgefragt

Welche Spuren hinterlässt die Lindenschule bei Ihnen?

ANDREA BIZER: Viele schöne und gute Begegnungen mit Kindern, Eltern, Kollegen und Kooperationspartnern. Ich habe erlebt, dass man mit Einsatz viele Dinge bewirken kann.

Warum haben Sie sich für einen Neuanfang an der Kirchheimer Freihof-Grundschule entschieden?

BIZER: Die Freihof-Grundschule übt auf mich einen besonderen Reiz aus als dreizügige Schule mit zwei Leseklassen, einer Grundschulförderklasse, einer Vorbereitungsklasse und engagierten Kollegen. Ich möchte meine Berufserfahrung an einer großen Grundschule einbringen und erhoffe mir mehr Gestaltungsspielraum. Damit lege ich meinen Schwerpunkt deutlicher auf die Schulleitung. Und der Wechsel bietet mir nochmals eine neue, berufliche Herausforderung.

Haben Sie schon ein Projekt im Auge, das Sie anpacken möchten?

BIZER: Zunächst möchte ich die Schule und die Kollegen kennenlernen. Die Ganztagesschule ist ein großes Thema in Kirchheim und auch an der Freihof-Grundschule. Ich werde mich ihm intensiv mit den Kollegen, den Eltern und der Stadt widmen.

Ihr Dienst beginnt am 1. August. Heißt das in den nächsten sechs Wochen arbeiten statt ausspannen?

BIZER: Im Moment packe ich meine Umzugskartons, bereite die Übergabe vor und verabschiede mich von meiner Klasse. Ende Juli gibt es ein Übergabetreffen mit dem bisherigen Rektor der Freihof-Grundschule. Wenn die Lehrerzuweisung abgeschlossen ist und die Eckdaten für nächstes Schuljahr stehen, möchte ich schnell mit der Lehrauftragsverteilung und wenn möglich dem Stundenplan beginnen. Ich hoffe, dass anschließend zwei Wochen Entspannung möglich sind, bevor am Ende der Ferien die Arbeit weitergeht.