Lenninger Tal

Die Rodung läuft auf Hochtouren

Wald Noch bis Ende des Monats bleibt die Hochwangsteige für Aufräumarbeiten gesperrt. Der groß angelegte Hieb soll für Sicherheit sorgen. Von Anke Kirsammer

Das Roden der Böschungen in der Hochwangsteige kommt gut voran. Für den Abtransport der Baumstämme müssen sich die Laster durch
Das Roden der Böschungen in der Hochwangsteige kommt gut voran. Für den Abtransport der Baumstämme müssen sich die Laster durch eine schmale Gasse zwängen.Foto: Jean-Luc Jacques

Massenweise türmen sich auf der Hochwangsteige derzeit Äste, Gestrüpp und Baumstämme. Nur durch eine schmale Gasse können die Laster das Holz abtransportieren. „Das brauche ich nicht jedes Jahr“, sagte Lenningens Revierförster Alexander Klein dazu im Gemeinderat. „Das toppt sogar die Gutenberger Steige.“ Seit August „dokterte“ er an der Feinplanung der groß angelegten Rodungsaktion „herum“. Der Sicherungshieb auf beiden Seiten der Fahrbahn soll dafür sorgen, dass keine morschen Äste oder Bäume auf die Fahrbahn fallen. Insgesamt sind 160 Parzellen betroffen. Es galt, 100 Waldbesitzer zu überzeugen. „Das waren lange, schwierige Verhandlungen“, so Klein. Mitunter mussten die Eigentümer detektivisch ermittelt werden, wenn die eingetragenen Besitzer oder die nächste Generation bereits verstorben waren. Bis auf drei Eigentümer konnte Klein letztlich alle ausfindig machen, und alle haben ihr Okay zu dem Vorgehen gegeben. Die Privatwaldbesitzer müssen nichts für das Abholzen bezahlen, werden aber auch nicht am Erlös beteiligt. Trotz hoher Fixkosten beispielsweise für den Ab- und Aufbau von Leitplanken und Zäunen sowie für die beauftragten Unternehmen: Der Förster geht davon aus, dass er das Projekt positiv abschließt. Aus dem Gemeindewald an der Hochwangsteige holt er 800 bis 1 000 Festmeter Holz raus, aus den dortigen Privatwäldern noch einmal so viel.

Seit anderthalb Wochen bereits heulen die Motorsägen oberhalb Unterlenningens unablässig. Die Witterung ist für die Waldarbeiter optimal. Ende der Woche will der Förster das Abholzen beendet haben. „Die nächsten 14 Tage brauchen wir aber, um den kriegsähnlichen Zustand zu beseitigen“, sagte Alexander Klein schmunzelnd. Es sei gut, dass er nur auf wenige Unternehmen gesetzt habe. Würden dort zu viele Leute gleichzeitig arbeiten, wäre das Chaos programmiert. Vor neun Jahren waren die Fahrbahnränder der Steige zum letzten Mal im großen Stil ausgelichtet worden. Der Förster hofft, dass nach den jetzigen Arbeiten bis auf kleinere Maßnahmen für 20 Jahre Ruhe einkehrt.

Insgesamt zieht er eine positive Bilanz für das Jahr 2018: „Wir haben recht gut gewirtschaftet und auch etwas Glück gehabt.“ Große Sturmschäden beispielsweise gab es im Lenninger Gemeindewald nicht, lediglich 30 bis 40 Festmeter sind vom Borkenkäfer befallen. Gutes Geld wiede­rum hat der Förster für Fichten bekommen, weshalb er die Bestände durchforstet und 800 Festmeter gefällt hat. Im kommenden Jahr verzichtet er dagegen auf die Fichtenholzernte, weil der Preis im Keller ist. Das schlägt sich auch im Gewinn nieder: Während der Wald 2018 unterm Strich den Spitzenwert von 58 000 Euro abwirft, rechnet der Förster 2019 nur mit einem mageren Plus von 6 000 Euro.

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