Lenninger Tal

Die Sanierung der B 465 wirft ihre Schatten voraus

Zwischenlösung Für Busse wird in Owen der Kreuzungsbereich Marktstraße/Steigstraße aufgeschüttet, um ihnen den großen Umweg über die Alb zu ersparen. Von Iris Häfner

Zu steil für einen Bus ist die Querung der Steigstraße in Owen. Vorübergehend wird der Bereich aufgeschüttet.Foto: Jean-Luc Jacq
Zu steil für einen Bus ist die Querung der Steigstraße in Owen. Vorübergehend wird der Bereich aufgeschüttet.Foto: Jean-Luc Jacques

Der Termin rückt immer näher. Kaum ist die Baustelle auf der B 465 zwischen Ober- und Unterlenningen fertiggestellt, naht schon die nächste Sperrung auf der Strecke. Dieses Mal ist Owen an der Reihe. „Egal, wann wir bauen - es ist immer der falsche Zeitpunkt.“ Gebetsmühlenartig muss Owens Bürgermeisterin Verena Grötzinger diesen Satz sagen, dem dann prompt die Begründung für die Sanierung folgt: Die Bundesstraße ist nicht für so viele und vor allem so schwere Lkws konzipiert und gebaut worden. Aus diesem Grund sind sowohl die Abwasserkanäle als auch die Frischwasserleitungen schwer in Mitleidenschaft gezogen. „Für den Bauhof ist ein Rohrbruch immer wieder eine riesige Herausforderung“, weiß die Rathauschefin um die Probleme. Damit die Rohre künftig besser geschützt sind, ist ein besonders starker Straßenaufbau nötig. Auslöser für die Sanierungsmaßnahme war allerdings der Lärmaktionsplan. „Die Belagssanierung ist eine rechtliche Notwendigkeit, es ist eine EU-Forderung“, stellt Verena Grötzinger klar.

Am 20. Juni will der Owener Gemeinderat die Arbeiten vergeben, mit denen - läuft alles nach Plan - Anfang Juli begonnen werden soll. Dann ist die B 465 im ersten Bauabschnitt zwischen dem Gasthaus Adler und der ersten Einfahrt zum Nahkauf komplett für den Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt weiträumig über Erkenbrechtsweiler. Das heißt: Vor dem Adler geht es Richtung Beuren und auf Höhe des Freilichtmuseums die Albsteige hoch nach Erkenbrechtsweiler. Von dort führt die Route nach Hochwang und die Steige wieder hinab nach Unterlenningen.

Ab Herbst können die Autofahrer über die Wintermonate aufatmen, bis im nächsten Frühjahr dann der zweite Bauabschnitt folgt. Die Bundesstraße wird dann ab dem Nahkauf bis nach der Abzweigung zum Rebenweg wieder voll gesperrt. Mit dieser Regelung ist die Zufahrt zum Supermarkt jederzeit gewährleistet.

Eine Ausnahmeregelung gibt es allerdings: Bussen wird der kilometerlange Umweg samt dem Albaufstieg und -abstieg erspart. Noch vor der Teckhalle geht es die Bergstraße hoch, weiter über die Steingau- und Marktstraße. Dann quert der Bus die Steigstraße, um in die Straße Im Grund beziehungsweise in den Rebenweg zu gelangen. Diese Lösung stellt die Verkehrsplaner jedoch vor ein Problem: Zu steil sind die Einfahrten in die Steigstraße für das lange Gefährt.

Ein Bus fährt Probe

Am Dienstag und Mittwoch kommender Woche wird deshalb Fräsgut in den Kreuzungsbereich geschüttet. „Es gibt eine Vorprofilierung für die Höhenverhältnisse“, erklärte Verena Grötzinger dem Gemeinderat. Ein Bus wird dann Probefahren und testen, ab welcher Aufschüttung er ohne Schwierigkeiten diese Stelle passieren kann. Dieses Profil wird dann exakt vermessen und die Eckdaten festgehalten. Ist das erledigt, kommt der ganze „Dreck“ wieder weg. „Am Maientag nach dem Umzug, also um die Mittagszeit, beginnt die Firma dann mit dem Umbau“, sagte die Bürgermeisterin. Das wird am Dienstag, 30. Mai, sein. Zwei bis drei Tage dauern die Arbeiten, dann ist der Umbau fertig. Das feste Provisorium wird erst nach dem erfolgreichen Abschluss des zweiten Bauabschnitts wieder zurückgebaut. Wo genau sich die Bushaltestellen befinden werden, steht zurzeit noch nicht fest.

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