Lenninger Tal

Die Schule schrumpft zu einer Klasse

In Gutenberg reichen die Kinderzahlen nicht mehr für das bisherige Unterrichts-Modell

Gutenberg bekommt im ­nächsten Schuljahr nicht mehr die notwendigen Zahlen für zwei Klassen zusammen. ­Deshalb drücken die Kinder vom Abc-Schützen bis zum Viertklässler künftig gemein­sam die Schulbank.

Schon seit Langem werden die Kinder der Gutenberger Grundschule jahrgangsübergreifend unterrichtet. Sinkende Schülerzahlen mache
Schon seit Langem werden die Kinder der Gutenberger Grundschule jahrgangsübergreifend unterrichtet. Sinkende Schülerzahlen machen von September an ein Zusammenlegen der Klassen eins bis vier notwendig.Archivfoto: Jean-Luc Jacques

Lenningen. Jahr für Jahr schwebte das Damoklesschwert der Klassenzusammenlegung über Schülern, Eltern und Lehrern der Gutenberger Grundschule. Nun reicht die Schülerzahl zum ersten Mal nicht mehr, um wie bisher zwei Klassen zu bilden. „Wir haben die 16 Schüler in den Klassen eins bis drei nicht erreicht“, erklärt die kommissarische Schulleiterin Wega Nordman auf Anfrage. Stetig sei die Zahl der Grundschulkinder zurückgegangen. Im Rahmen einer Infoveranstaltung auf Einladung von Lenningens Bürgermeister Michael Schlecht wurden die betroffenen Eltern nun im Beisein von Vertretern der Schule, des Staatlichen Schulamts und Ortsvorsteher Dietmar Jauss auf den aktuellen Stand gebracht. „Viele Eltern sind interessiert und machen sich schon Gedanken darüber, wie es weitergeht“, sagt die kommissarische Rektorin.

Zwei Lehrkräfte, die sich die Fächer aufteilen, plus eine Religionslehrerin unterrichten die Gutenberger Kinder im kommenden Schuljahr. Zusatzstunden wurden bereits in den vergangenen Jahren gestrichen. Schon seit Langem sitzen Erst- und Zweit- sowie Dritt- und Viertklässler in der Gutenberger Schule jeweils zusammen im Klassenzimmer. „Wir sind deshalb guter Dinge, dass es mit dem gemeinsamen Unterrichten von eins bis vier klappt. Ganz unbeleckt sind wir ja nicht“, so Wega Nordmann.

In Sport und Englisch werden jetzt schon alle vier Jahrgänge zusammengenommen. Jeden Montag in der ersten Stunde steht eine gemeinsame Schülerkonferenz auf dem Stundenplan. Künftig müssten die Inhalte und Themen aller Fächer so aufbereitet werden, dass sämtliche Klassen angesprochen sind, verdeutlicht die Lehrerin. Notwendig sei, die Kinder im selbstständigen Arbeiten zu schulen. „Wir müssen uns reinfinden. Die Ferien werden dazu da sein, zu planen, wie der Unterricht sein soll“, erklärt Wega Nordmann. „Die Zeit investieren wir, um alles gut vorzubereiten.“

Die Gutenberger mit der Schopflocher Grundschule zusammenzulegen sei nicht zur Debatte gestanden. Dennoch könnte die Zwergschule im Tal von der einjährigen Erfahrung der Nachbargrundschule auf der Alb profitieren. Einen Besuch haben die Gutenberger Lehrer der Schopflocher Schule bereits abgestattet, insbesondere, um die Lehrwerke zu sehen.

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