Lenninger Tal

„Die Stammgäste werden uns fehlen“NACHGEFRAGT

Silke und Michael Eisele schließen am 11. September zum letzten Mal die Türe. Sie freuen sich auf die ungewisse Zukunft.

Erfüllt Sie der Gedanke, dass die Zeit im Harpprechthaus dem Ende zugeht, mit Wehmut?

MICHAEL EISELE: Ja, Silke und ich sind traurig, dass die Ära bald vorbei ist. Aber: Wir hören müssen wegen der Gesundheit aufhören.

SILKE EISELE: Die 16-Stunden-Tage vertragen wir einfach nicht mehr. Die Arbeit wurde immer mehr und zusätzliches Personal für die Küche und den Service fanden wir kaum.

Was werden Sie danach als Erstes machen?

MICHAEL EISELE: Gesund werden, mich mal um mich kümmern. Seit 45 Jahren hatte ich kaum ein freies Wochenende. Ich freue mich darauf, mal ein Fest besuchen zu können und mich bewirten zu lassen.

Haben Sie Bammel vor dem letzten Tag in dem Haus, das Sie 32 Jahre gepachtet hatten?

SILKE EISELE: Wir wollen uns das noch gar nicht so vorstellen, wissen aber, dass das letzte Zuschließen emotional schwierig wird.

Haben Sie schon Zukunftspläne?

MICHAEL EISELE: Die Volkshochschule hat schon angefragt, ob ich Kurse geben will. In erster Linie will ich auch danach weiter kochen. Ein eigenes Lokal kommt für mich aber nicht mehr infrage. Da helfe ich lieber Kollegen in der Küche aus, wenn Not am Mann ist.

Was wird Ihnen fehlen?

SILKE EISELE: Die vielen Stammgäste im Harpprechthaus. Viele haben wir quasi von der Taufe bis zur Hochzeit begleitet.

Passiert an Ihrem letzten Tag etwas Spezielles?

MICHAEL EISELE: Ja, wir schließen bereits um 16 Uhr, weil wir mit unserem treuen Personal noch feiern wollen. Ansonsten wird es ein Arbeitstag sein wie jeder andere.

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