Lenninger Tal

Die Teckhalle soll wieder ein Schmuckstück werden

Sanierung Die Stadt Owen wird den Hallenkomplex für etwa 4,5 Millionen Euro sanieren. Vor allem das undichte Dach soll endlich der Vergangenheit angehören. Von Iris Häfner

Ein Satteldach wird künftig die Owener Mehrzweckhalle schmücken. Archivfoto: Jean-Luc Jacques
Ein Satteldach wird künftig die Owener Mehrzweckhalle schmücken. Archivfoto: Jean-Luc Jacques

Das ist eine Hausnummer: Knapp 4,5 Millionen Euro will der Owener Gemeinderat in die Grundsanierung der Teckhalle investieren. Das ist dringend nötig, ist doch das undichte Dach seit Jahren ein Dauerthema, trotz zweimaliger Versuche, dem Problem Herr zu werden. „Da ist viel Murks gemacht worden, die Sanierung steht 20 Jahre zu früh an - doch die Halle muss dicht sein“, sagte Hans-Jörg Schmid. Doch das Dach ist nur ein Punkt unter vielen.

Es war nicht das erste Mal, dass sich das Gremium mit der Halle auseinandergesetzt hat. Dazu gab es eine nicht öffentliche Klausursitzung und intensive Vorgespräche mit den Nutzern, da das Thema komplex ist. „Im Bestand zu sanieren, ist immer schwierig, aber wir werden alles tun, dass es wieder ein Schmuckstück wird“, versprach Bürgermeisterin Verena Grötzinger.

Sportboden, Wände, Heizung, Umkleide, Bühne, Schallschutz, Beleuchtung und WCs sind beispielsweise zu erneuern und entsprechend zu planen. Dazu kommt, dass die Halle kein Normmaß hat. Architekt Jochen Wilfert vom Büro Knecht musste also darauf achten, wie welche Sportart spielen kann, um dementsprechend die Markierungen und Bodenhülsen - etwa für die Pfosten für das Volleyballnetz - einzuplanen. In Owen hat der Handballsport eine gewisse Bedeutung. „Im Handball wird geharzt. Deshalb stellt sich die Frage, wie die Prallwand ausgeführt wird“, sagte Jochen Wilfert. Je heller die Holzwand ist, umso deutlicher sieht man die Harzspuren, die der Ball beim Aufprall hinterlässt.

Bei der Gestaltung der Hallendecke waren sich die Räte schnell einig. Da die Dachoberlichter entfernt werden, gibt es eine glatte Decke mit einer gewissen Struktur, die sich durch die Lampen und die Deckenstrahlheizung ergeben. „Das gibt ein lebendiges Bild“, verspricht der Architekt. Komplett saniert werden die Umkleiden, Duschen und WCs. Hier werden Fliesen auf Fliesen gelegt. Die Farbe Grün als Akzent wurde vom Gemeinderat schon festgelegt, dementsprechend fiel auch die Bemusterung aus, die Jochen Wilfert als Anschauungsmaterial mitgebracht hat. Komplett ausgewechselt wird auch die Glasfassade samt Sonnenschutz.

Das Dach der Teckhalle ist eine Landschaft für sich mit gleich mehreren Ebenen und Lichtbändern. Das wird sich künftig ändern. Jochen Wilfert wird ein Satteldach darüberziehen, das asymmetrisch sein wird und sich damit an die gegebene Form anpasst, um den Bestand nutzen zu können. Es wird auch keine Lichtkuppel mehr haben. „Der First wird nicht in der Mitte sein, aber dadurch wird das Dach ruhiger“, so der Architekt. Das undichte Dach liege an den zu knappen Anschlüssen und deren Vielzahl, nicht an der Dachneigung.

Eine größere Diskussion gab es wegen des Foyers. Um die Theke vergrößern zu können, wollte Jochen Wilfert den Eingangsbereich vergrößern, sprich die Glasfassade nach außen ziehen. „Der überdachte Außenbereich wird gerne genutzt“, gab Nico Hofmann zu bedenken, und auch Thomas Rabel will den Platz außen ungern hergeben.

Verena Grötzinger rechnet mit Zuschüssen samt Vorsteuerabzug mit einem Betrag von etwa 1,5 Millionen Euro, sodass Owen rund 3 Millionen Euro für die Sanierung bezahlen muss. „Eventuell müssen wir dafür nicht mal einen Kredit aufnehmen“, so die Stadtchefin. Einstimmig fasste der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss, die Halle wie vom Architekten vorgeschlagen umzubauen. Für zwei Punkte erbat sich das Gremium Bedenkzeit bis zur nächsten Sitzung in rund zwei Wochen: ob das Foyer zulasten des Außenbereichs vergrößert wird und welchen Farbton die Prallschutzwand haben soll. Läuft alles nach Plan, gehen die Sanierungsarbeiten am 20. Mai los. Jochen Wilfert rechnet mit einer zwölfmonatigen Bauzeit, sodass im Juni 2020 der Hallenbetrieb wieder losgehen kann.

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