Lenninger Tal

Die Zuschauer fehlten

Kultur Inhaltlich erfolgreich, von der Resonanz eher bescheiden. So sieht die Bilanz des Interim-Festivals am Heidengraben aus.

Chor beim Kulturfestival-Interim. Archiv-Foto: Thomas Krytzner
Chor beim Kulturfestival-Interim. Archiv-Foto: Thomas Krytzner

Grabenstetten. Ein Kälteeinbruch zum Auftakt, danach war’s stürmisch und erst in der letzten Woche war das Wetter so, dass es für eine Kulturveranstaltung unter freiem Himmel tauglich war. Dementsprechend durchwachsen ist auch die Bilanz, die Kuratorin Ulrike Böhme von der Interim 2017 zieht. Wobei es wahrscheinlich nicht nur die Witterung war, sondern auch eine Zurückhaltung von den Besuchern, die diesem Festival entgegengeschlagen hat. „Viele konnten sich im Vorfeld unter unserem Konzept nichts vorstellen“, berichtet Ulrike Böhme.

Denn die Initiatoren haben alle Sparten der Kunst miteinander verbunden. Musik, Theater, Architektur und Installationen sind zu einem großen Ganzen vereint worden und wurden auf dem Festivalgelände am Heidengraben vor Grabenstetten erlebbar. Es war ein Experiment, das künstlerisch zwar durchaus geglückt ist, das aber nicht so angenommen wurde, dass die Zahlen zufriedenstellend gewesen wären. Das Publikum wurde, getreu dem Motto „Interim sucht“, auf eine solche Suche geschickt. Sie konnten sich die Kunst erwandern und sie entdecken, im Wald oder auf der Wiese.

Die Besucher waren selbst Teil der Inszenierung

Doch es gibt auch Erfreuliches zu berichten. So sei es gelungen, das inhaltliche Konzept gut umzusetzen, besser als in der ersten Auflage der Interim vor vier Jahren. „Die Besucher waren selber Teil der Inszenierung“, sagt Böhme, „und es ist ein Wunder, dass uns dies so geglückt ist.“

Mit jeder Aufführung wurde die Stimmung besser, unter den Darstellern, aber auch unter den Gästen. Zwar taten sich die Veranstalter schwer, Sänger für den Projektchor zu finden oder Vorleser für eine der Kunstinstallationen. „Aber die, die mitgemacht haben, taten es dann voll Freude“, sagt sie.

Begeistert waren die Organisatoren von der Unterstützung durch die drei Heidengrabengemeinden Erkenbrechtsweiler, Hülben und Grabenstetten. Und an den Wochenenden habe oft ein richtiger Run geherrscht, viele Interessierte sind gekommen, um sich die Kunstwerke anzusehen. Dafür wurde allerdings kein Eintritt verlangt.

Schock: Vandalismus beim Festival

Geschockt sind sie nach wie vor von dem Vandalismus, dem ein Kunstwerk zum Opfer gefallen ist. Die Installation „mittlerweile“ des Künstlers Christian Hasucha wurde noch vor der Eröffnung komplett zerstört, der oder die Täter sind nicht gefasst worden. Daraufhin wurde eine Wache eingesetzt.

Wie geht es nun weiter mit der Interim? Böhme ist nach wie vor überzeugt von dem Konzept des Ortswechsels, denn man habe die Weite und Schönheit der Alb zeigen wollen. Allerdings sollte man Wege finden, um die Menschen vor Ort ebenfalls für ein solches Projekt zu begeistern. Derzeit sind die Macher der Interim im Gespräch mit den Förderern des Projekts. Die nächste Auflage des Interim-Kulturfestivals müsste im Jahr 2019 umgesetzt werden. Anja Weiß

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