Lenninger Tal

Dietz schließt in Heroldstatt

Umzug Die 30 Mitarbeiter sollen in Kempten „integriert“ werden. Auf den Standort Schopfloch hat die Entscheidung keine Auswirkung.

Foto: Jean-Luc Jacques
Foto: Jean-Luc Jacques

Lenningen. Vor einem Jahr wurde schon einmal gemunkelt, die Firma Dietz werde die Zubereitung von Fertiggerichten von Heroldstatt in die Feneberg-Zentrale ins bayerische Kempten verlagern. Das Gerücht von damals hat sich nun, zwölf Monate später, bewahrheitet. Vergangene Woche erfuhren die 30 Mitarbeiter in Heroldstatt davon, dass die Produktion im Gewerbegebiet „Auf dem Wörth“ Ende des Jahres eingestellt wird.

Man werde vom 1. Januar 2018 sowohl die Produktion als auch die Mitarbeiter in Kempten integ­rieren, bestätigte am Wochenende Dietz-Geschäftsführer Dirk Urland auf Anfrage. Auf den Produktionsstandort Schopfloch im Landkreis Esslingen und die dort produzierten regionalen Produkte habe diese Entscheidung keinerlei Auswirkungen, fügte er in diesem Zusammenhang hinzu. Dietz beschäftigt insgesamt rund 250 Mitarbeiter.

Hilfe bei Wohnungssuche

Durch die Produktionsverlagerung von Baden-Württemberg nach Bayern könne das Unternehmen die Prozesse „noch effizienter gestalten“, erklärte der Geschäftsführer seine Entscheidung. Der Standort Heroldstatt weise „einige große Nachteile“ auf, wie zum Beispiel ein schlechtes Energiemanagement. „Um diese Nachteile zu beseitigen, wären hohe Kosten entstanden“, führte Urland aus, der im gleichen Atemzug verspricht, dass keiner der 30 Beschäftigten seinen Arbeitsplatz verliere. „Wir wollen alle Mitarbeiter im Boot behalten, um unsere Kunden auch weiterhin in der gewohnten Qualität bedienen zu können.“

So hätten alle Mitarbeiter in Heroldstatt das Angebot bekommen, in Kempten weiter beschäftigt zu werden. Die Firma Dietz werde ihnen bei der Suche nach Wohnungen zur Seite stehen und die Umzugskosten übernehmen. Was mit dem Betriebsgebäude in Heroldstatt passiert, steht laut Dirk Urland derzeit noch nicht fest.

Rahmgeschnetzeltes Zürcher Art, asiatisches Wok-Gemüse, Sauerbraten mit Semmelknödeln und ein frischer Krustenschinken - diese und viele andere Fertiggerichte werden seit zehn Jahren in Heroldstatt produziert. Zuerst von Firmengründer Hans Dietz aus Schopfloch, der 2012 Insolvenz anmelden musste.

Einige Heroldstatter freuen sich indes über die Schließung des Werks. In der Vergangenheit gab es immer wieder Klagen von Anwohnern, denen es gestunken hat - im wahrsten Sinn des Wortes. Seit 2007 leiden sie, bei entsprechenden Windverhältnissen, unter Geruchsbelästigungen, verursacht durch die Firma Dietz. „Technische Lösungen zur Beseitigung des Geruchsproblems wurden intensiv geprüft, mussten aber als unverhältnismäßig teuer oder zu wenig Erfolg versprechend verworfen werden“, teilte das Unternehmen diesbezüglich vor zwei Jahren mit. Durch eine Prozessänderung sollte die Hauptursache der Geruchsbelästigung, das Anbraten von Zwiebeln, beseitigt werden können. Der gewünschte Erfolg blieb jedoch aus. Joachim Lenk

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