Lenninger Tal

Direkt vom Acker an die Haustür

Landwirtschaft Was auf den eigenen Feldern der Gemüsebauern wächst, können Kunden in der Region ebenso bestellen wie Bio-Produkte vom Großmarkt: Biokisten liegen im Trend. Von Iris Häfner

Jonathan Gruel inmitten seiner leckeren Schätze.  Foto: Markus Brändli
Jonathan Gruel inmitten seiner leckeren Schätze. Fotos: Markus Brändli

Bequem und gesund - wenn das mal kein verlockendes Angebot ist. Dazu kann es noch höchst individuell nach eigenen Vorlieben zusammengestellt werden. Genau das bieten Jonathan und Katharina Gruel aus Owen mit ihrer Biokiste an. Je nach Gelüsten und Saison kann der Inhalt ganz schön bunt ausfallen, wenn sich gelbe Paprika, Karotten, Rote Bete, Brokkoli, Fenchel und Tomaten, Zitronen, Trauben und Äpfel samt Bananen in einer Bestellung vereinen. Mit diesem Angebot sind die Owener Landwirte nicht allein, beispielsweise auch „Die Gemüsekiste“ vom Bioland-Gärtnerhof in Reichenbach fährt zu seinen Kunden.

Seit einigen Monaten bietet der Biolandhof Gruel die Teck-Biokiste für die Region an. „Man kann sie wöchentlich, jede zweite Woche oder einmal im Monat von uns an die Haustür liefern lassen“, sagt Katharina Gruel. Die Kunden können in Fünf-Euro-Schritten selbst entscheiden, mit was sie gefüllt sein soll. Vorlieben werden ebenso berücksichtigt wie Abneigungen. „Manche wollen tatsächlich keine Zucchini im Abo, andere wiederum Lebensmittel wie Karotten in jeder Lieferung“, verrät die Biokiste-Koordinatorin. Auf der Homepage ist immer zu sehen, was es aktuell an eigenen Produkten frisch vom Acker gibt, das Angebot variiert jede Woche. Bestellt werden können auch Eier sowie die selbst angebauten „Teck-Lensa“ und Kartoffeln. „Es gibt Kunden, die es toll finden, sich überraschen zu lassen. Dann kann es auch sein, dass wir eine Mail mit der Frage bekommen: Was ist das und was kann ich daraus machen“, verrät Katharina Gruel. Deshalb finden sich auf der Internetseite auch Rezepte, etwa Mangold mit Pasta und Senfsauce oder Karottensticks mit Feta und Petersilie.

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Begonnen hat die Abokiste in Owen, in eineinhalb Stunden war im Städtle alles ausgeliefert. „Das hat sich rumgesprochen und wir bekamen Anfragen aus Dettingen. Dann hat es sich immer weiterentwickelt, doch wir wollen uns auf die Region rund um die Teck konzentrieren“, sagt Katharina Gruel. Während sie im Büro über der Lagerhalle die Bestellungen entgegennimmt und weiterleitet, werden im Erdgeschoss die noch „ackerwarmen“ Kartoffeln in handliche Papiertaschen abgepackt. Vor dem Gebäude warten kleine Salatpflänzchen und weitere Setzlinge darauf, in den Boden zu kommen. Alle zwei Wochen ist in der Vegetationszeit Säh- beziehungsweise Pflanzzeit, damit es den Sommer und Herbst über immer frisches Gemüse gibt. Auf den Äckern kann dann zur Erntezeit in die Vollen gegriffen werden: pralle Salatköpfe, blühende und fruchttragende Zucchini, Gurken, Kraut, Rote Beete, Karotten, Sellerie, Zuckermais, Spinat, Radieschen und vieles mehr.

Jede Kultur wird mindestens einmal von Hand durchgehackt, damit das Unkraut keine Chance hat. Neben althergebrachter Handarbeit ist auch moderne Technik gefragt. Der Traktor ist GPS-gesteuert. „Damit gibt es keine Überlappung von den Spuren, wir überfahren dadurch keine Pflanzen mehr. Das ist ein Riesenvorteil“, erklärt Jonathan Gruel.

Was für die Biokiste und den Hofladen in der Kirchheimer Straße nicht selbst angebaut wird, kauft Jonathan Gruel zu. „Ich liebe es, nachts auf dem Großmarkt in Stuttgart zu sein“, hat der Juniorchef keine Schwierigkeiten, früh aufzustehen. Im Hofladen in der Kirchheimer Straße sind die Packerinnen bei der Arbeit. Dort landen die Bestellungen und die Kisten werden wunschgemäß gefüllt. Montags, mittwochs und freitags sind die Fahrer in Richtung Kunden unterwegs.

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