Lenninger Tal

Driften auf der Alb

Ärgernis Um ihrem Hobby zu frönen, nehmen Möchtegern-Rallyefahrer wenig Rücksicht auf die Natur. Sie fahren bevorzugt nachts über Wiesen und Äcker und verursachen landwirtschaftliche Schäden. Von Iris Häfner

Der Reussensteinparkplatz wird oft zum Driften missbraucht. Foto: Markus Brändli
Der Reussensteinparkplatz wird oft zum Driften missbraucht. Foto: Markus Brändli

Die Schwäbische Alb scheint für viele Menschen nichts anderes als ein großes Disneyland zu sein - freier Eintritt inklusive. Nichts wie raus und rauf auf die Alb. Diesem Drang geben viele ...

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Reußenstein-Parkplatz ist beliebter Treffpunkt - mit Feuerchen auf dem Asphalt

Manch absurde Situationen erlebt Heinrich Rothfuß vom Hofgut Reußenstein. Der Landwirt ist auch für den Winterdienst bei Wiesensteig zuständig. Bläsiberg und Ziegelhütte sind sein Revier. Während solch eines Räumdienstes hat er einen Fahrer beobachtet, der seine Runden am helllichten Tag auf seinen Wiesen drehte. Die Diskussion war wenig fruchtbar, der Angesprochene uneinsichtig, er fühlte sich im Recht. Schließlich sei er dienstlich unterwegs und würde den Werkswagen für einen Bericht testen. „Die Grasnarbe war kaputt“, musste Heinrich Rothfuß feststellen.

„Zweierlei Charaktere“ macht er bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus: diejenigen, die sich bei „Fridays for Future“ und somit für Umwelt und Klima engagieren, und solche, die das überhaupt nicht schert. Letztere hätten gerne gute Klamotten an und würden gute Autos fahren. „Die haben überhaupt keinen Bezug mehr zur Natur“, muss er feststellen. Nahezu jeden Abend würden sich 20 bis 30 Autofahrer auf dem Reußenstein-Parkplatz treffen. „Die haben mittlerweile ein ausgetüfteltes System. Sechs bis acht Autos stehen außen rum und beleuchten den Platz.

Beim Vollgas geben bleibt es nicht. „Es wird ausgemacht, wer driften darf“, erzählt der Landwirt. Außerdem werden sogar Lagerfeuer direkt auf dem Asphalt entzündet. Noch vor geraumer Zeit züngelten die Flammen in einem Einkaufswagen. Der wurde mittlerweile im nahen Wald entsorgt und steht jetzt bei Heinrich Rothfuß auf dem Hof. Vom hinterlassenen Müll will er gar nicht erst reden. „Die kommen auf immer noch bessere Ideen. Jetzt haben sie alle Schilder abgeschraubt, sie müssen gute Schraubenschlüssel gehabt haben“, sagt er sarkastisch.

Die Schäden auf dem Parkplatz und insbesondere auf den angrenzenden Flurstücken wird das Frühjahr zeigen. „Es ist äußerst schwierig, ein vernünftiges Gespräch zu führen - es ist enttäuschend. Die sehen nur ihre eigenen Belange und ihr Vergnügen“, resigniert Heinrich Rothfuß. Die Einflussmöglichkeiten seien gering. Viele Anzeigen würden wegen Geringfügigkeit eingestellt oder erst gar nicht eingeleitet. Eine unbefriedigende Situation - nicht nur für Heinrich Rothfuß. Gegen 19 Uhr werde es jetzt wegen der Ausgangssperre immerhin ruhig. ih