Lenninger Tal

Durch den E-Bon gibt’s weniger Müll

Einzelhandel Die Unterlenninger Bäckerei Salcher setzt auf ein modernes Kassensystem und dämmt damit die Papierflut ein. Wer den QR-Code nutzt, kann sich den Kassenzettel sparen. Von Anke Kirsammer

Wer möchte, kann den QR-Code mit dem Smartphone scannen.Foto: Carsten Riedl
Wer möchte, kann den QR-Code mit dem Smartphone scannen. Foto: Carsten Riedl

Doris Salcher holt eine stattliche Plastikbox hinter der Ladentheke vor: „Die haben wir fünf- bis achtmal täglich geleert“, sagt sie. Jeden Tag füllten die Kassenzettel in ihrer Unterlenninger Bäckerei einen blauen Müllsack. Seit zwei Wochen ist das anders: ­Kunden, die keinen Kassenzettel wollen, bekommen automatisch einen elektronischen Bon mit einem ­QR-Code. Wer möchte, kann den kleinen Zettel mit dem schwarz-weißen Quadrat ausgedruckt nach Hause nehmen oder - wie die meis­ten - auf das Papier verzichten beziehungsweise den Code mit dem Smartphone scannen. „Ich habe zwei, drei Kunden, die nutzen das Angebot“, sagt ­die Chefin. „So sehen sie am Monatsende, wo ihr Geld geblieben ist.“

Dass kein Bon mehr ausgedruckt werden muss, kommt gut an. „95 Prozent wollen bei uns keinen Kassenzettel“, hat Doris ­Salcher festgestellt. Als Anfang des Jahres die Bonpflicht eingeführt worden war, fielen plötzlich Unmengen von Altpapier an, das die Bäckerei zu entsorgen hatte, weil kaum jemand die ausgedruckten Zettel mitnehmen wollte. Besonders groß war der Müllberg auch, da die Bäckerei bereits Registrierkassen besitzt, die durch ihre digitale Technik Manipulationen unmöglich machen. Deren detaillierte Kassenzettel haben jedoch den Nachteil, dass sie selbst bei einer Minirechnung für ein paar Brötchen ellenlang sind. „Nach fünf Kunden hatte ich zwei Meter Zettel“, sagt Doris Salcher kopfschüttelnd. Am Ende des Tages häufte sich das Papier von vier bis fünf Kassenrollen im Müll. Dank einer neuen Software, die nun den E-Bon ermöglicht, ­benötigt die Bäckerei nur noch eine Rolle am Tag. Die Jubelschreie nach der Umstellung hört Bäckermeis­ter Kurt ­Salcher bis in die Backstube. ­Doris Salcher lacht: „Ich freue mich jedes Mal, wenn ich keinen Kassenzettel ausdrucken muss. Das spart so viel Müll.“


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