Lenninger Tal

Ein Fischteich und Klettern in den Felsen

Ideensammlung Beim Jugendforum im Owener Bürgerschaftskeller konnten die 10- bis 25-Jährigen ihre Wünsche äußern. Heike Deigendesch und Verena Grötzinger hörten aufmerksam zu. Von Iris Häfner

Kinder und Jugendliche konnten ihre Wünsche auf Zettel schreiben. Foto: Carsten Riedl

Im tiefen Keller konnten Kinder und Jugendliche ihre Wünsche äußern. Was brennt ihnen speziell in Owen unter den Nägeln, wo besteht Nachholbedarf - das wollten Heike Deigendesch, Leiterin des Jugendhauses Café Olé in Oberlenningen und auch für die Jugendarbeit in Owen zuständig, und Bürgermeisterin Verena Grötzinger wissen.

Im Großen und Ganzen scheint im Teckstädtchen die Welt für die Heranwachsenden in Ordnung zu sein. Alle 10- bis 25-Jährigen hatten ein Einladungsschreiben bekommen, doch der Besuch der Veranstaltung hielt sich in Grenzen. Allerdings haben drei junge Flüchtlinge den Weg in den Bürgerschaftskeller gefunden. „Wir wollen mit euch ins Gespräch kommen und über eure Bedürfnisse sprechen“, sagte Heike Deigendesch. Sie hatte Zettel vorbereitet, auf denen die Kinder und Jugendlichen ihre Wünsche aufschreiben konnten. „Pro Wunsch ein Zettel und wir sortieren dann, was zusammenpasst“, erklärte sie das Prozedere.

Auf dem ersten Zettel, den die Pinnwand zierte, war „Legale Graffiti-Wand“ zu lesen. Diesem Wunsch stand Verena Grötzinger nicht ablehnend gegenüber. An einer gezielten Stelle kann sie sich durchaus vorstellen, dass bei einem Workshop oder Projekt ein Objekt besprüht wird. Allerdings muss der Gemeinderat in dieser Entscheidungsfindung mit eingebunden sein, nicht jedes Buswartehäuschen oder jede Unterführung eignet sich für diesen Zweck. Auch über die Motivwahl müsste man sich schon im Vorfeld gewisse Gedanken machen. Möglicher positiver Nebeneffekt: Die wilden Sprayer respektieren das Kunstwerk und verunzieren mit ihren Aktionen die Wand nicht.

Klettern nach Lenninger Vorbild

Fast schon obligatorisch gab es den Mädchen-Wunsch nach einem Pferdetag in Owen. Hoch im Kurs standen auch andere Sportaktivitäten. Wenn man die Felsen schon direkt vor der Haustüre hat, wäre Monatsklettern nach Lenninger Vorbild eine feine Sache, fand ein Junge, der auch gerne Bogenschießen würde. „Gibt es in der Gegend einen Verein, der Bogenschießen anbietet?“, fragte Heike Deigendesch in die Runde und bekam auch eine Antwort. So konnte dem interessierten Jungschützen zumindest eine Gruppe in der näheren Umgebung genannt werden.

Die unterschiedlichen Interessen fanden ihren Niederschlag auf den Zetteln. Ein großer Fischteich wird da beispielsweise vermisst. Dabei ging es dem jungen Mann weniger um eine Angelmöglichkeit, als vielmehr um einen Beobachtungsposten: Er würde gerne Kapfen oder anderen Fischen zusehen, wie sie sich im Wasser bewegen.

Als Ergebnis des ersten Jugendforums entstand in Owen der Bikepark. Die Umsetzung hat ein bisschen gedauert, weil sich die Suche nach einem geeigneten Grundstück als schwierig herausstellte. „Ein Bikepark ist ein dynamischer Prozess. Immer wieder sollte das Gelände ummodelliert werden“, erklärte Verena Grötzinger. Und es braucht einen Verantwortlichen, der sich um den Zustand der Erdhügel kümmert.

„Die Rathaustür steht immer offen“, sagte Verena Grötzinger. Das hat sich in der Vergangenheit schon herumgesprochen. Hin und wieder finden Kinder oder Jugendliche den Weg zur Stadtchefin und bringen ihr Anliegen vor.

Info Wünsche können auch noch nachträglich geäußert werden. Heike Deigendesch ist unter der Telefonnummer 0 70 26/9 10 11 76 erreichbar, ebenso über Mail heike@oja-lenningen.de. Auch die Stadt Owen, Telefon 0 70 21/80 06-0, hat ein offenes Ohr.

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