Lenninger Tal

„Ein moderner Lebensmittelmarkt trägt sich“

Interview Der Oberlenninger Händler Martin Sigel will den Edeka-Markt in Unterlenningen betreiben.

Martin Sigel
Martin Sigel. Foto: pr

Lenningen. Auf dem Leuze-Areal soll unter anderem ein Edeka-Markt angesiedelt werden. Martin Sigel, der mittlerweile sieben Lebensmittelgeschäfte, darunter das Stammhaus in Oberlenningen betreibt, wird den neuen Markt in Unterlenningen führen.

Was hat Sie bewogen, in Unterlenningen einen weiteren Laden zu betreiben? Mit Aldi, Penny und ihrem eigenen Edekaladen gibt es in Lenningen bereits mehrere Lebensmittelgeschäfte.

Martin Sigel: Lenningen ist, wie in der Gemeinderatssitzung auch deutlich wurde, bei der Lebensmittelvollversorgung unterbesetzt, deshalb bin ich überzeugt, dass sich ein moderner Lebensmittelmarkt trägt. Mir ist es auch eine Herzensangelegenheit, die historisch gewachsene Versorgung mit Lebensmitteln durch unsere Familie in Lenningen fortzuführen.

Viele scheuen aufgrund der Corona-Krise neue Projekte. Gehören Lebensmittelmärkte zu den Siegern der Pandemie?

Sigel: Ich glaube Sieger ist das falsche Wort. Auch wir hatten sehr stark mit der Pandemie zu kämpfen. Ich denke da unter anderem an die Einhaltung der Hygieneregeln, die Einlasskontrolle, den Schutz der Mitarbeiter und die Probleme mit der Warenversorgung. Trotzdem kann man sagen, dass wir besser durch die Krise gekommen sind als andere Branchen. Dass wir nun in den Standort Unterlenningen investieren, liegt an der fortgeschrittenen Planung und nicht an Corona.

Aldi auf der einen Seite, Edeka auf der anderen. Lockt man da die gleichen Kunden an oder ist das eine andere Käufergruppe?

Aldi ist ein Discounter, bietet Massenprodukte zu günstigen Preisen. Insgesamt hat er rund 4000 Artikel im Angebot. Wir bieten Mehrwert, das heißt Produkte aus der Region. Wir haben verschiedene Qualitäten in unterschiedlichen Produktgruppen, kurze Wege zu unseren Lieferanten sowie eine große Auswahl an Frischeprodukten. Insgesamt haben wir mehr als 16 000 Artikel.

 

Sie meinen, das ergänzt sich?

So sehe ich das. Der Kunde kann an einem Standort seinen kompletten Bedarf decken. Beispielsweise die H-Milch für die Grundversorgung von Aldi und die frische Heumilch von der Alb bei Edeka.

Was bedeutet der Neubau für Ihren Laden in Oberlenningen?

Wir haben in unser Stammhaus in Oberlenningen vergangenes Jahr einen sechsstelligen Betrag in die gesamte Kühlung investiert. Das heißt, wir sind überzeugt, diesen Markt noch lange zu betreiben.

Ist der Standort, den der Siegerentwurf für die „Neue Mitte“ von Oberlenningen im Bereich von Schwelchergasse und Burgtobelweg vorgesehen hatte, damit vom Tisch?

Ich sehe aufgrund der Investition in unseren jetzigen Standort keine Chance, dass wir uns daran beteiligen. Ein anderer Standort in der zukünftigen neuen Ortsmitte ist sehr skeptisch zu betrachten, was Anzahl der Parkplätze, die zur Verfügung stehende Verkaufsfläche und den im Ortskern deutlich höheren Investitionsbedarf betreffen. Anke Kirsammer

Der Oberlenninger betreibt sieben Märkte

Martin Sigel betreibt derzeit sieben Lebensmittelmärkte mit knapp 300 Angestellten. Zwei Edekageschäfte in Esslingen, die weiteren Märkte sind in Oberboihingen, Nürtingen, Frickenhausen, Bad Urach und das Stammhaus in Oberlenningen.

Gegründet wurde die Firma 1909 von Martin Sigels Urgroßvater. Martin Sigel ist 45 Jahre alt und hat drei Kinder. Die beiden „Älteren“ könnten sich gut vorstellen, in das elterliche Unternehmen einzusteigen.ank

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