Lenninger Tal

Ein neues Wirtshaus im Oberstädtle?

Gaststätte Gegenüber dem Feuerwehrmagazin in Owen will die Eigentümerin in ihrer Garage und im Gewölbekeller ihres Hauses einen Gastraum einrichten. Der Gemeinderat hat jedoch große Bedenken. Von Iris Häfner

Im Gewölbekeller des „grünen“ Hauses soll ein Gastraum entstehen. Foto: Carsten Riedl
Im Gewölbekeller des „grünen“ Hauses soll ein Gastraum entstehen. Foto: Carsten Riedl

Mitten im historischen Kern des Owener Oberstädtles soll es eine neue Gaststätte geben, und zwar in der Teckstraße 17. Das liegt genau gegenüber dem Feuerwehrmagazin. Ein Bauantrag auf Nutzungsänderung lag dem Gemeinderat in dessen jüngster Sitzung vor. Sowohl die Garage als auch der Gewölbekeller sollen zum Gastraum werden. Dieses Ansinnen interessierte einige Nachbarn, die als Zuschauer aufmerksam die muntere Diskussion unter den Gemeinderäten verfolgten.

„Das Einvernehmen kann erteilt werden“, stellte Annika Staiger vom Owener Bauordnungsamt zum Erstaunen der Räte fest. Es folgte die Erklärung von Bürgermeisterin Verena Grötzinger. „Wir entscheiden über die Nutzung, und in einem Mischgebiet wie dem Oberstädtle darf es Gaststätten geben. Aber: Bestimmte Dinge müssen eingehalten werden. Dazu zählen zum Beispiel vorhandene Stellplätze und der Brandschutz. Dafür ist aber die Baurechtsbehörde des Landratsamts zuständig“, sagte sie. Dass es mit den Stellplätzen schwierig wird, hatte zuvor schon Annika Staiger thematisiert. Der bestehende Parkraum ist eng, Stellplätze sind im ganzen Gebiet Mangelware.

„Dann brauchen wir baurechtlich nicht viel diskutieren, wenn das Landratsamt entscheidet. Doch wie soll das dort funktionieren? Wir machen einen Gewölbekeller, der direkt daneben liegt, aus Brandschutzgründen zu - und jetzt einen auf?“, zeigte sich Jochen Eberhardt verwundert. Kein Stellplatz sei dort auch nur andeutungsweise in Sicht. „Ich habe mit viel gerechnet, aber nicht damit, dass in dem Haus eine Wirtschaft aufmacht“, sagte er weiter und bedauerte, dass der Gemeinderat nicht Herr des Verfahrens in diesem Fall ist. Thomas Rabel erinnerte an den zweiten Fluchtweg, der für den Betrieb einer Gaststätte unerlässlich ist, und Holger Röcker sprach das direkt gegenüberliegende Feuerwehrmagazin an. „Wenn da einer Pizza abholen will, parkt der vor der Magazintür, auch wenn die Fahrzeuge schon das Blaulicht eingeschaltet haben“, befürchtet er.

„Das Landratsamt wird eine Beschreibung des Betriebs fordern“, ist sich die Stadtchefin sicher. Sie vertraut auf das Einschätzungsvermögen der Behörde, zumal es sich auch um ein denkmalgeschütztes Gebäude handelt. Am Brandschutz, und damit einem zweiten Fluchtweg, führt auch kein Weg vorbei.

Reiner Kerzinger tat sich jedoch weiterhin schwer mit einer Zustimmung. Er wollte gerne ein Zeichen gegen das Bauvorhaben setzen, und deshalb kein Einvernehmen erteilen. Dies wäre zwar durchaus möglich, jedoch rechtswidrig. „Wir müssten das ganze Gebiet verändern und bestimmte Nutzungen ausschließen“, sagte Verena Grötzinger. Die Frage würde sich dann aber stellen, weshalb das Restaurant „Gwölble“ im gleichen Gebiet sein darf, das neue aber nicht. „Ich bin der Meinung: Eine neue Gaststätte in der Teckstraße 17 geht wegen der fehlenden Stellplätze nicht - aber wir haben rechtlich nichts in der Hand“, bedauerte auch Hans-Jörg Schmid. Bei einer Gegenstimme erteilte der Gemeinderat schließlich das Einvernehmen.

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