Lenninger Tal

Eine Ehrenrunde mit Mehrwert

Sanierung Die Lüftung an der Teckhalle bleibt, wo sie ist: auf dem Dach. Zu teuer sind die Alternativen dem Gemeinderat.

Die Teckhalle in Owen soll komplett saniert werden. Foto: Jean-Luc Jacques
Die Lüftung der Teckhalle in Owen bleibt auf dem Dach. Foto: Jean-Luc Jacques

Owen. Lüftungsanlage, die zweite: Techniker Mirko Schütte hat alte Pläne gefunden, wonach in der Planungsphase der Owener Teckhalle die Lüftung geändert wurde. Er ist überzeugt, seine Arbeit wäre heute nicht notwendig, wären damals diese Pläne umgesetzt worden. „Eventuell aus Kostengründen wurde die Lüftung aufs Dach verlegt - und bereitet uns jetzt die Schwierigkeiten“, erklärte Bürgermeisterin Verena Grötzinger. Die Frage lautete: Bleibt die Anlage auf dem Dach oder kommt ein völlig neues System?

Mirko Schütte arbeitete zwei Varianten aus, denn schon vor Wochen war dem Gemeinderat der Technikraum auf dem Dach ein Dorn im Auge. Um die Anlage zu warten, muss ein abenteuerlicher Weg zurückgelegt werden. Bei Variante  1 wäre ein Erdkanal notwendig. Zwei Rohre mit 80 Zentimeter Durchmesser würden die Nordfassade neben dem Gymnastikraum zieren. Zudem wären Erdarbeiten in nicht unerheblichem Maß notwendig. „Bei Variante  2 geht es eng zu“, erklärte der Planer. Gewisse Elemente müssten bereits am Boden zusammenmontiert werden, ehe sie unters Dach kommen. Optisch würde sie gut aussehen und wäre zudem vandalensicher. Die Mehrkosten - nur für die Anlage - belaufen sich für Variante  1 auf rund 85 000 Euro, für Variante  2 auf rund 140 000 Euro. „Der Architekt muss die Kosten für den Bau noch nachreichen und die sind um einiges höher“, gab Mirko Schütte zu bedenken.

Vorarbeiten für die Lüftung

„Diese Ehrenrunde hat sich gelohnt - wir sind schlauer. Uns stellt sich die grundsätzliche Frage, was die sinnvollste Lösung ist“, sagte Verena Grötzinger. Bleibt die jetzige Lüftung bestehen, müsse jedem klar sein, dass sie bis in 10 oder 15 Jahren nicht mehr zu retten ist. Das Gremium diskutierte das Für und Wider der Varianten, ehe Ulrich Raichle die Reißleine zog. „Wir sind bei 4,5 Millionen Euro für die Gesamtsanierung gestartet und jetzt schon bei rund 5 Millionen angelangt“, sagte er und erinnerte daran, dass es auch um die Prüfung möglicher Vorarbeiten für eine später zu realisierende Lüftungsanlage im Zuge des Umbaus ging.

„Wir verbauen uns nichts, wenn wir einen Teil der Rohre schon reinlegen. Ansonsten würde ich die Sache im Moment ruhen lassen“, sagte Andre Bittner. Auf dieser Grundlage formulierte Verena Grötzinger ihren Beschlussvorschlag: „Aus technischer Sicht favorisieren wir Variante  1, setzen sie jetzt aber nicht um. Allerdings sollen vorbereitende Maßnahmen getroffen werden. Die vorgesehenen Kanäle verursachen Kosten von etwa 5 000 Euro, und uns ist bewusst, dass wir die Anlage in 10 bis 15 Jahren austauschen müssen.“ Bei zwei Neinstimmen und einer Enthaltung stimmte der Gemeinderat zu. Iris Häfner

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