Lenninger Tal

Eine musikalische Reise rund um den Globus

Konzert Matthias Möhring gestaltet im „CafeLe“ einen Abend voller Abenteuer und tiefer Gefühle.

Krankheitsbedingt wurde aus dem Duo ein Solo: Matthias Möhring im Bahnhöfle in Unterlenningen.Foto: Sabrina Kreuzer
Krankheitsbedingt wurde aus dem Duo ein Solo: Matthias Möhring im Bahnhöfle in Unterlenningen.Foto: Sabrina Kreuzer

Lenningen. Leise Gitarrenklänge dringen aus dem Bahnhöfle in Unterlenningen. Sie begrüßen die Menschen, die mit der Regionalbahn ankommen. Matthias Möhring ist die Quelle dieser Musik. Er spielte am Samstagabend für die Besucher des „CafeLe“. „Eigentlich sollte heute Valentin Seitz mit mir auf der Bühne stehen“, sagt der Musiker. Krankheitsbedingt wurde aus dem Duo ein Solo.

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Lieder aus Großbritannien, aus Amerika und aus der eigenen Feder stehen im Mittelpunkt seines Konzertes. Dabei wechselt er zwischen der deutschen und englischen Sprache hin und her - teilweise sogar während eines Liedes.

Mit Songs wie „Good morning country rain“ oder „Whiskey before breakfast“ fühlt sich der Zuhörer sofort nach Irland versetzt. Das Klischee, in Irland regne es viel, kennt wohl jeder. Die Iren haben jedoch keine Wahl, diesem Wetter zu entkommen - sie müssen es also mehr oder weniger gut finden. Davon handelt der Song „Good morning country rain“.

Weiter nach Deutschland geht die Reise, zu Matthias Möhrings Lieblingsliedermacher Gerhard Schöne. Dessen Lied „Der Maler“ erzählt die Geschichte des Malers Francesco und dessen Freundin, wie sie ein Leben voller Hunger führen und doch glücklich sind.

Jedoch singt Matthias Möhring nicht nur Kreationen bekannter Schreiber wie Gerhard Schöne oder Bernie Conrads, auch Lieder von Freunden und Bekannten schaffen es in sein Repertoire. „Deine Welt“ stammt aus der Feder von Susanne Seitz, der Frau von Valentin Seitz, der eigentlich mit ihm im CafeLe auf der Bühne stehen sollte. Es ist ein Lied über die Welt der Kinder: „Mach mal, lass mal, ich lass dich mal machen. Ich kann sie nur erahnen, deine Welt. Mach mal, lass mal, du machst mich gelassen. Lass dir Zeit sie zu erschaffen, deine Welt.“

Auch etliche seiner eigenen Songs spielt Matthias Möhring. Und sie passen perfekt in die Auswahl des Abends. Die weichen Klänge der Gitarre sorgen dafür, dass die Besucher sich in ihrer Fantasie verlieren und sich in der von Möhring gemalten Welt wiederfinden. So singt er zum Beispiel von der Stadtbahn. „Als jemand, der in Stuttgart wohnt, weiß ich natürlich, wovon ich rede“, meint der Musiker. Er erzählt, wie morgens alle mit müden Augen in der Bahn sitzen und zu ihrem Bestimmungsort fahren, wie mittags die Jungs und Mädchen aus der Schule kommen und in die Wagen steigen, wie voll es oft in der Bahn ist und man sich deswegen kaum noch bewegen kann.

Raus aus der Stadt und rein ins Dorf geht es mit „Die Wahrsagerin“. Die Dorfkinder kennen es nur zu gut: Es gibt keine bessere Alarmanlage als die Nachbarn, die den ganzen Tag aus dem Fenster schauen. Und dort, wo jeder jeden kennt, fällt es eben auf, wenn jemand neues ins Dorf zieht. A la „Lasse redn“ von „Die Ärzte“ singt Matthias Möhring von den Nachbarn, die darüber rätseln, wer die neue Nachbarin ist, wie sie wohl ihr Geld verdient und - das Schlimmste von allem - wieso sie keinen Mann hat. Wird ihr zunächst unterstellt, sie sei eine Wahrsagerin, kommt ganz schnell ans Licht: „Sie ist Versicherungsvertreterin mit Migrationshintergrund.“

Es geht noch weiter auf der Reise einmal um den Globus: Vom eigenen Lied „Es passt wie Lego“, über die deutsche Version von Bob Dylans „Forever Young“ und John Denvers „Grandma’s Feather Bed“ bis hin zu „Colleen Malone“ von Hot Rize oder „Church Street Blues“ von Tony Rice. Einzig seine Stimme und seine Gitarre benötigt Matthias Möhring für die Reise über den großen Teich, auf die Grüne Insel und zurück in deutsche Gefilde. Seinen Besuchern verschafft er damit einen Abend voller Abenteuer, tiefer Gefühle und einzigartiger Momente. Sabrina Kreuzer