Lenninger Tal

Eine Oase, die sich wild und rau zeigt

Das Buch „Im Herzen der Alb“ beleuchtet das Biosphärengebiet von allen Seiten

Direkt vor der eigenen Haustür gibt es auf der Schwäbischen Alb viel zu entdecken. Das Buch „Im Herzen der Alb“ beleuchtet nun aber nicht nur das Biosphärengebiet mit seiner Flora und Fauna, sondern nimmt sich genauso der Kultur und Geschichte an.

Dieter Ruoff, Dr. Wolfgang Wohnhaus und Rainer Enkelmann (von links) präsentieren ihr gemeinsames Werk „Im Herzen der Alb“.Foto:
Dieter Ruoff, Dr. Wolfgang Wohnhaus und Rainer Enkelmann (von links) präsentieren ihr gemeinsames Werk „Im Herzen der Alb“.Foto: Jean-Luc Jacques

Lenningen/Metzingen. Wild und rau – zwei Schlagworte, die im Zusammenhang mit der Alb gern genannt werden. Und obwohl es auf der Höhe immer den berühmten Kittel kälter ist, ist der Mittelgebirgszug mit seinem Biosphärengebiet eine Oase für Flora, Fauna und letztlich auch den Menschen.

Das Buch „Im Herzen der Alb – Natur und Kultur im Biosphärengebiet“ von Reiner Enkelmann, Dieter Ruoff und Wolfgang Wohnhas nimmt sich nun aber des faszinierenden Themas an. Während der Vorstellung des rund 200 Seiten umfassenden Werks im Rahmen von „Wein & Kultur“ im Weinbaumuseum Metzingen erklärten die Autoren allerdings, dass eine Mischung aus Bildband mit ansprechenden Fotografien sowie verschiedenen Beiträgen zu Natur, Historie, Kultur und manch Abseitigem entstanden sei.

Weil laut der Autoren im Biosphärengebiet alle für die Alb charakteristischen Natur- und Kulturlandschaften vertreten seien, werden diese nun in unterschiedlichen Kapiteln vorgestellt. Das Obere und Untere Große Lautertal, die Zwiefalter Alb finden deshalb genauso Beachtung wie die Münsinger Alb, die Kuppenalb, der Albtrauf, das Ermstal, Pfullingen am Fuß der Reutlinger Alb sowie Schelklingen samt dem Unteren Schmiechtal. Doch nicht nur Landschaften sowie deren Entstehung mitsamt den geologischen Besonderheiten werden beschrieben, die Autoren haben letztlich noch genauer hingesehen und widmen sich genauso der Tierwelt sowie manchem Eingriff durch den Menschen.

Dem Biber und seiner Nagewut gehört dementsprechend genauso die Aufmerksamkeit wie der ein oder anderen Mühle, für die ein ansonsten unberührter Wasserlauf aufgeteilt wurde. Die Euthanasie-Gedenkstätte in Grafeneck findet zudem ihren Platz, sowie die Geschichte zahlreicher Burgen oder das Aufeinandertreffen verschiedener Herrschaftsbereiche vergangener Jahrhunderte.

Weil ins Konzept des Biosphärengebiets Schwäbische Alb die Menschen von Anfang an und explizit miteinbezogen sind, kommen Geschichten berühmter oder skurriler Figuren ebenfalls nicht zu kurz. Gustav Mesmer, dem „Ikarus vom Lautertal“ mit seinen eigenwilligen Flugmaschinen sowie dessen tragischer Lebensgeschichte ist deshalb ein Kapitel gewidmet. Und auch der 1921 ermordete Zentrumspolitiker Matthias Erzberger erhält als gebürtiger Buttenhausener seinen Platz im Buch.

Letztlich bietet das Werk aber ein ausgewogenes Verhältnis der unterschiedlichen Aspekte, die das Biosphärengebiet ausmachen. Aus diesem Grund stand für die Autoren von vornherein fest, dass die Alb-Linsen genauso erwähnt werden müssen wie die Schneckengärten von Rita Goller. Denn nicht nur, dass die kleinen Kriechtiere für manchen Gourmet nach wie vor ein Genuss sind. „Sie kamen auch als Fastenessen oder bei den ärmeren Familien auf den Tisch“, wie Wolfgang Wohnhas erläuterte.

Das Buch „Im Herzen der Alb – Natur und Kultur im Biosphärengebiet“ von Reiner Enkelmann, Dieter Ruoff und Wolfgang Wohnhas ist im Silberburg-Verlag erschienen und zum Preis von 24,90 Euro im Buchhandel erhältlich.

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