Lenninger Tal

Eine Reise durch die Erdgeschichte

Natur Auszeichnung als Region mit bedeutenden Fossilfundstellen, Höhlen und Felsformationen: Die Falkensteiner Höhle ist nun ein offizieller Geopoint im „UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb“. Von Michael Koch

Freuen sich über die Auszeichnung: Hans-Jürgen Stede, Dr. Siegfried Roth, Bürgermeister Roland Deh und Markus Möller (von links)
Freuen sich über die Auszeichnung: Hans-Jürgen Stede, Dr. Siegfried Roth, Bürgermeister Roland Deh und Markus Möller (von links). Foto: Koch

Ein kleines Schild mit großer Bedeutung - die Falkensteiner Höhle ist nun offiziell mit dem Titel Geopoint ausgezeichnet worden. Die Höhle auf Gemarkung Grabenstetten, zuletzt eher wegen vermisster Höhlengänger in den Schlagzeilen, gehört damit zu den Hauptsehenswürdigkeiten im „UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb“. Oder, wie es Markus Möller, Erster Landesbeamter des Alb-Donau-Kreises und Vorsitzender des Geoparks, ausdrückt: „Die Falkensteiner Höhle ist ein echtes Juwel.“

Die Geopoints seien Teil eines Besucherkonzeptes für Touristen, die auf die Schwäbische Alb kommen. „Es gibt rund 2800 Höhlen, da können wir mehr draus machen“, sagt Möller. Dazu zähle zum Beispiel eine ausgeklügelte Beschilderung der Wanderrouten oder eben die Vermittlung von Informationen über die Sehenswürdigkeiten und geologischen Highlights.

Dazu dienen auch die Geopoints. Nicht nur, dass erste Infos, in diesem Fall über die Falkensteiner Höhle, einer kleinen Schautafel zu entnehmen sind, über einen QR-Code auf der Tafel lassen sich via Handy viele weitere Fakten, Bilder oder Videos vermitteln. In den zehn Landkreisen, die dem Geopark Schwäbische Alb angehören, sollen mittelfristig 100 Geo- points eingerichtet werden. Die Falkensteiner Höhle ist die Nummer 28, im Landkreis Reutlingen nach dem Klopfplatz in Münsingen erst der zweite.

Dr. Siegfried Roth, Geschäftsführer des Geoparks, hat mit seinen Mitarbeitern schon weitere nennenswerte Punkte im Landkreis ausgemacht. „Im Kreis Reutlingen haben wir eher das Problem, dass wir unter den vielen Hotspots eine Auswahl treffen müssen. Eine Ballung wie um Bad Urach herum findet man sonst nur noch im Raum Blaubeuren“, erläutert Roth.

„Ein Geopark der Superlative“, resümiert auch Hans-Jürgen Stede, Erster Landesbeamter im Landkreis Reutlingen, „bei uns kann man durch 200 Millionen Jahre Erdgeschichte reisen.“

Da Höhlengänger seit vergangenem Jahr im Rathaus Graben- stetten eine Genehmigung beantragen müssen, weiß man, dass in diesem Jahr rund 3000 Menschen in der Höhle waren. Diese Zahl solle trotz der Auszeichnung auch nicht erhöht werden. „Alleine die Infrastruktur, etwa mit der begrenzten Anzahl an Parkplätzen, lässt gar keine größere Besuchermenge zu“, sagt Grabenstettens Bürgermeister Roland Deh.

Trotz steigender Touristenzahlen auf der Schwäbischen Alb machen sich die Experten um die Natur keine Sorgen. „Geologie wird kein Massenphänomen“, ist sich Dr. Roth sicher. Mit einer Ausnahme allerdings: dem Uracher Wasserfall. Hier müssten deutliche Hinweisschilder angebracht werden, dass die Besucher Moos und Kalkaufbauten zerstören, wenn sie die Wege verlassen, so Roth. Bei der Falkensteiner Höhle macht er sich solche Sorgen aber nicht.

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