Lenninger Tal

Ermittler und Versicherer sind am Zug

Feuer Nach dem Großbrand an der Rulamanschule laufen nun die Ermittlungen zur Brandursache. Auch Vertreter der Gemeindeversicherung waren bereits mit Bürgermeister Roland Deh vor Ort. Von Alexander Thomys

Wie geht es weiter mit der Grabenstetter Rulamanschule, die am Montag durch einen verheerenden Dachstuhlbrand in Schutt und Asche gelegt wurde (wir berichteten)? Zunächst sind die Brandermittler des Polizeipräsidiums Reutlingen am Zug. Sie untersuchen, ob die Brandruine noch Hinweise auf die Ursache des Feuers enthält. Ein schwieriges Unterfangen, brach die Dachkonstruktion während des Brandes doch nahezu komplett ein. Die Löscharbeiten taten ihr Übriges.

Bagger entfernt Dachelemente

Am Montagabend kam ein Bagger zum Einsatz, um verbliebene Reste der Dachhaut zu entfernen. Nur auf diesem Wege konnte sich die Feuerwehr Zugang zu Glutnestern verschaffen. „Zuvor haben wir bereits mit Netzmitteln gearbeitet“, beschreibt Kreisbrandmeister Wolfram Auch das schwierige Unterfangen, die Glutnester unter den Trümmern abzulöschen. Die Feuerwehren aus Grabenstetten, Erkenbrechtsweiler und Dettingen waren damit bis in die Morgenstunden beschäftigt. Schwierigkeiten bereitete den Feuerwehrleuten auch ein 30 000-Liter-Heizöltank im Keller des Schulgebäudes. Das Löschwasser musste daher ständig abgepumpt werden, um ein Aufschwemmen und eine Leckage des Öltanks zu verhindern.

Parallel zu den Untersuchungen der Brandermittler der Polizei hatte Grabenstettens Bürgermeister Roland Deh bereits gestern einen Termin mit den Sachverständigen der zuständigen Gemeindeversicherung. „Die Baupläne der Schule habe ich ihnen bereits zugemailt“, berichtete Deh während der Löscharbeiten am Montag. Zu diesem Zeitpunkt war bereits klar, dass die Schule nicht zu retten ist. Den Schaden kann der Grabenstetter Schultes nicht abschätzen. „Pro Klassenzimmer spricht man bei einem Schulneubau von etwa 500 000 Euro“, nennt Deh einen groben Richtwert. „Wir hatten in unserer Rulamanschule neun Klassenzimmer.“ Untergebracht waren dort indes nicht nur die Grundschüler der Heidengrabengemeinde, sondern auch eine Tiger-Gruppe für Kleinkinder. Hinter dem Rathaus soll für diese ein Kinderhaus entstehen, derzeit laufen die archäologischen Voruntersuchungen.

Der Neubau soll nun forciert angegangen werden - wie es mit der Schule weitergeht, wird indes nicht so schnell geklärt werden können. Zwar trägt die Gemeindeversicherung wohl die Kosten eines gleichartigen Neubaus des Schulgebäudes, allerdings müsste zunächst einmal ein Architekt samt Bauplan her. Immerhin: Neben dem Gebäude sei auch das komplette Inventar versichert, so der Grabenstetter Schultes.

Gestern waren die Schulkinder zunächst im Gemeindehaus untergebracht, nach einem Gottesdienst am heutigen Mittwoch sind erst einmal Schulferien. Sechs Wochen Zeit also für eine Übergangslösung. In Böhringen etwa bekommt die Gemeinschaftsschule derzeit einen Neubau, aber auch Hülbens Bürgermeister Siegmund Ganser bot den Grabenstettern seine Hilfe an: „Natürlich stehen wir als Nachbarn zur Verfügung und helfen wo wir können.“

Zeugnisse verbrannt

Für die Lehrkräfte um Rektorin Alessandra Saravanja dagegen gibt es auch unmittelbar nach dem Feuer noch viel zu tun: Schließlich sind auch alle Zeugnisse verbrannt. „Zum Glück habe ich daheim eine neue Druckerpatrone“, übte sich Saravanja am Montag in Galgenhumor. Sorgen bereiten der Direktorin dagegen vor allem die Noten der Drittklässler: Viele Unterlagen hierzu seien am Montag sprichwörtlich in Rauch aufgegangen. „Da haben wir noch viel Arbeit vor uns“, sagte Saravanja, die dennoch hofft, allen Schülern am heutigen Mittwoch ihre Zeugnisse aushändigen zu können.

Die Freiwillige Feuerwehr Grabenstetten beendete gestern um 17 Uhr - nach fast 30 Stunden - den Einsatz an der Rulamanschule, nachdem letzte Glutnester beseitigt worden waren.

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